Wie plane ich eine Winterwanderung ohne Schlitten?

Lesedauer: 14 Min – Beitrag erstellt: 3. Mai 2026, zuletzt aktualisiert: 3. Mai 2026

Eine gute Winterwanderung ohne Schlitten lebt von kluger Routenwahl, warmer Kleidung, sicherem Zeitplan und einem Plan B bei Wetterumschwüngen. Wer Gehzeit, Höhenmeter, Untergrund, Temperatur und Ausrüstung im Voraus plant, erlebt auch ohne Schlitten eine entspannte und sichere Tour im Schnee.

Eine sichere Tour beginnt damit, Distanz, Anspruch und Bedingungen ehrlich auf das eigene Niveau abzustimmen. Je genauer du Route, Bekleidung, Verpflegung und Rückweg durchdenkst, desto mehr kannst du unterwegs einfach nur geniessen.

Die passende Winterroute finden

Die Wahl der Route entscheidet, ob du eine gemütliche Schneetour erlebst oder unterwegs an deine Grenzen kommst. Winterwege sind anstrengender als Sommerwege, weil Schnee, Kälte und kürzere Tage die Belastung erhöhen.

Für eine genussvolle Tour ohne Schlitten lohnt sich folgende Abfolge:

  1. Startpunkt und Ziel festlegen (Rundtour oder Punkt-zu-Punkt).

  2. Höhenmeter und Distanz auf Winterbedingungen herunterbrechen.

  3. Sonnenstand und Dämmerungszeiten prüfen.

  4. Wetter- und Lawinensituation (im Gebirge) kontrollieren.

  5. Fluchtwege und Abkürzungen gedanklich einplanen.

Für Einsteigerinnen und Einsteiger sind offizielle Winterwanderwege oder gestapfte Forststrassen ideal. Sie sind häufig beschildert, werden regelmässig begangen und sind dadurch trittsicherer. In vielen Regionen sind solche Wege im Winterräumdienst oder werden gewalzt, was den Kraftaufwand deutlich reduziert.

Dauer und Schwierigkeit realistisch einschätzen

Im Schnee dauert fast alles länger als auf trockenen Wanderwegen. Selbst flache Passagen kosten mehr Energie, weil Schuhe einsinken und der Untergrund nachgibt.

Als Faustregel kannst du davon ausgehen, dass sich die reine Gehzeit im Schnee um etwa ein Drittel bis zur Hälfte verlängert, je nach Tiefe und Zustand des Schnees. Bei 10 Kilometern, die du im Sommer in 3 Stunden gehst, können im Winter 4 bis 4,5 Stunden realistisch sein. Steilere Abschnitte, vereiste Partien oder häufiges An- und Ausziehen von Kleidung erhöhen die Zeit zusätzlich.

Bevor du dich festlegst, lohnt sich ein Blick auf folgende Punkte:

  • Höhenmeter: Mehr als 400–600 Höhenmeter aufwärts pro Tag können bei ungeübten Personen im Winter sehr anstrengend werden.

  • Untergrund: Tief verschneite Pfade kosten deutlich mehr Energie als gewalzte Wege.

  • Gruppenzusammensetzung: Kinder, ältere Personen oder ungeübte Wanderer bremsen das Tempo – was völlig in Ordnung ist, aber mit eingeplant werden muss.

  • Rückwegvariante: Gibt es eine Bahn, einen Bus oder eine kürzere Abstiegsmöglichkeit, falls jemand müde wird?

Wenn du unsicher bist, wähle lieber eine einfachere und kürzere Route und verlängere sie bei guter Form spontan. Umgekehrt unterwegs abzukürzen ist im Winter oft schwieriger.

Jahreszeit, Tageszeit und Licht richtig planen

Im Winter sind die Tage kurz, und die Sonne steht tief. Dadurch sind viele Wege länger im Schatten und entsprechend kälter oder glatter.

Plane Start und Ende deiner Tour so, dass du den grössten Teil der Strecke bei Tageslicht zurücklegst und die letzten Kilometer nicht in der Dunkelheit gehst. Dazu lohnt sich ein Blick auf die ungefähre Sonnenuntergangszeit am Wandertag und ein Zeitpuffer von mindestens einer Stunde.

Typische Herangehensweise:

  • Geplante Gehzeit berechnen (inklusive Pausenpuffer von etwa 25–30 Prozent).

  • Rückwärts von der Sonnenuntergangszeit rechnen und festlegen, wann du spätestens wieder am Ausgangspunkt sein willst.

  • Startzeit so wählen, dass du am Anfang nicht hetzen musst, aber trotzdem früh genug losläufst.

Auch Nebel und Hochnebel spielen eine Rolle: In vielen Tälern bleibt es kühl und trüb, während auf Höhenwegen Sonne scheint. Informiere dich vorab, wie die Bewölkung und die Temperaturen im Zielgebiet aussehen, damit du Kleidung und Route darauf abstimmen kannst.

Bekleidungssystem für Winterwanderungen

Die richtige Kleidung hält dich warm, ohne dass du stark schwitzt. Ein Schichtsystem aus mehreren Lagen ist im Winter besonders sinnvoll, weil es sich leicht an wechselnde Temperaturen und Anstrengung anpassen lässt.

Anleitung
1Startpunkt und Ziel festlegen (Rundtour oder Punkt-zu-Punkt).
2Höhenmeter und Distanz auf Winterbedingungen herunterbrechen.
3Sonnenstand und Dämmerungszeiten prüfen.
4Wetter- und Lawinensituation (im Gebirge) kontrollieren.
5Fluchtwege und Abkürzungen gedanklich einplanen.

Bewährt hat sich ein dreistufiger Aufbau:

  • Basisschicht: Funktionsunterwäsche aus Wolle oder Synthetik, die Feuchtigkeit von der Haut wegtransportiert.

  • Isolationsschicht: Fleece- oder Wollpullover und bei tieferen Temperaturen eine zusätzliche dünne Isolationsjacke.

  • Wetterschutzschicht: Wind- und wasserabweisende Jacke und Hose, idealerweise atmungsaktiv.

Baumwolle ist in der untersten Schicht ungeeignet, weil sie Schweiss speichert und dich schnell auskühlen lässt. Viel hilfreicher ist ein Material, das auch in feuchtem Zustand noch wärmt und rasch trocknet. Bei den Socken lohnt es sich, auf Modelle mit etwas Polsterung an Ferse und Ballen zu achten, um Blasen vorzubeugen.

Unterschätzt wird oft die Wärmeabgabe über Kopf und Hände. Eine Mütze, ein Stirnband, Handschuhe (am besten zwei Paar: ein dünnes und ein wärmeres) und ein Schal oder Schlauchschal gehören immer in den Rucksack – selbst an vermeintlich milden Wintertagen.

Schuhe und Ausrüstung für rutschigen Untergrund

Schuhe mit gutem Profil und fester Sohle sind im Winter entscheidend, weil glatte Stellen und festgetrampelter Schnee schnell rutschig werden. Wer in Turnschuhen oder glatten Sohlen unterwegs ist, riskiert Stürze und nasse Füsse.

Für einfache Winterwege reichen in vielen Fällen gute Wanderschuhe mit knöchelhohem Schaft und wintertauglichem Profil. Bei regelmässigen Touren oder anspruchsvolleren Wegen sind Winterwanderschuhe mit besserer Isolierung und rutschfesten Gummimischungen eine sinnvolle Investition.

Dazu kommen hilfreiche Ergänzungen:

  • Leichte Grödel oder Spikes: Diese kleinen Steigeisen mit Gummikragen lassen sich schnell über die Schuhe ziehen und sorgen auf vereisten Wegen für deutlich mehr Halt.

  • Gamaschen: Sie verhindern, dass Schnee von oben in die Schuhe gelangt, besonders bei tieferem Neuschnee.

  • Stöcke mit Wintertellern: Sie unterstützen das Gleichgewicht und entlasten Knie und Hüfte, vor allem bergab.

Im Rucksack sollten zudem eine Stirnlampe, ein aufgeladenes Handy, ein kleines Erste-Hilfe-Set und ein trockenes Ersatzshirt liegen. Eine dünne Isolationsjacke oder ein zusätzlicher Pullover für Pausen verhindert, dass du beim Sitzen auskühlst.

Verpflegung, Trinken und Energiehaushalt

Der Körper verbraucht in der Kälte mehr Energie, unter anderem um die Körpertemperatur zu halten. Dazu kommt der höhere Aufwand beim Gehen im Schnee. Wer zu wenig isst und trinkt, wird schneller müde und friert stärker.

Wärme und Energie sicherst du dir mit einer einfachen Planung:

  • Heisses Getränk in der Thermosflasche, zum Beispiel Tee, Wasser mit etwas Sirup oder Bouillon.

  • Regelmässige kleine Snacks statt einer grossen Mahlzeit: Nüsse, Trockenfrüchte, Riegel, Käsebrot oder etwas Schokolade.

  • Grosse Kälte begünstigt Durstverdrängung, also bewusst trinken, auch wenn das Durstgefühl schwach ist.

Bei Pausen lohnt es sich, eine Sitzunterlage zu verwenden, damit der Kontakt mit dem kalten Untergrund nicht unnötig auskühlt. Wer lange sitzt, sollte vor dem Weitergehen kurz lockernde Bewegungen machen, damit Muskeln und Kreislauf wieder in Schwung kommen.

Navigation und Orientierung im Winter

Im Winter können Wegspuren zugeschneit, Markierungen verdeckt und bekannte Pfade ungewohnt aussehen. Daher ist Orientierung eine wichtige Komponente der Planung, selbst bei vermeintlich bekannten Routen.

Eine Papierkarte und ein einfacher Kompass sind auch in Zeiten von Smartphone-Apps sinnvoll. Die Akkuleistung von Handys nimmt bei tiefer Temperatur ab, und Displays können in starkem Schneefall oder Nebel schwer ablesbar werden. Offline-Karten auf dem Smartphone sind eine sinnvolle Ergänzung, ersetzen aber keine Grundkenntnisse im Kartenlesen.

Vor dem Start lohnt es sich, die Route kurz in Gedanken durchzugehen:

  • Wo liegen kritische Stellen, zum Beispiel Kreuzungen, bei denen leicht eine falsche Abzweigung genommen wird?

  • Gibt es markante Punkte wie Hütten, Brücken oder Lichtungen, die als Wegweiser dienen?

  • Wie sieht die Alternative aus, falls ein Abschnitt wegen Eis, Schneebrettgefahr oder Wind ausgelassen werden muss?

Im Zweifel gilt: Lieber rechtzeitig umdrehen oder eine sichere Umgehung wählen, als sich in unübersichtliches Gelände zu wagen. In der Kälte kann schon eine zusätzliche halbe Stunde im falschen Gelände für Unruhe sorgen, besonders, wenn Kinder oder unerfahrene Personen mit dabei sind.

Sicherheit und Lawinenrisiko einschätzen

Auf flachen Winterspazierwegen im Tal spielt das Lawinenrisiko meist kaum eine Rolle. Sobald die Route jedoch durch steilere Hänge führt oder in alpinem Gelände verläuft, gehört die Lawinengefahr zur Planung dazu.

Lawinengefahr wird in der Regel in fünf Stufen angegeben. Ab Stufe 3 (erheblich) sind spontane Lawinen und bereits bei geringer Zusatzbelastung mögliche Schneebretter ein wichtiges Thema. Ohne Ausbildung in der Beurteilung von Schneedecken, Hangneigungen und Exposition sollte bei solchen Verhältnissen auf gesicherte Wege ausgewichen werden, die ausdrücklich als sicher markiert sind.

Wer häufiger abseits markierter Winterwege unterwegs sein will, profitiert stark von einer Lawinenausbildung. Dabei lernst du, die Informationen des Lawinenbulletins zu interpretieren, Hangneigungen zu schätzen und typische Gefahrenmuster im Gelände zu erkennen. Für eigenständige Unternehmungen abseits gesicherter Routen gehören zudem ein Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS), Sonde und Schaufel zur Standardausrüstung – und zwar für jede Person in der Gruppe, nicht nur für eine Einzelne.

Tourenplanung für Familien und Einsteiger

Mit Kindern oder ungeübten Personen unterwegs zu sein, verlangt etwas mehr Puffer und einfache Wege. Der Fokus liegt mehr auf Erlebnis als auf Leistung, und das ist im Winter besonders sinnvoll.

Bei der Planung helfen ein paar einfache Leitlinien:

  • Kürzere Strecken und viele kleine Pausen einplanen.

  • Routen wählen, bei denen jederzeit umgedreht werden kann.

  • Mit warmen Getränken, Snacks und vielleicht einem kleinen Ziel (Aussichtspunkt, Feuerstelle, Hütte) motivieren.

  • Wetterfenster eher konservativ wählen und zu starke Kälte oder Wind meiden.

Wer als Gruppe unterwegs ist, bestimmt am besten eine Person, die immer wieder auf die Langsamsten achtet und sicherstellt, dass die Gruppe nicht auseinanderfällt. In grösseren Gruppen schadet es nicht, vorab Treffpunkte zu vereinbaren, etwa bei markanten Wegzeichen oder Hütten.

Gelungene Halbtageswanderung im hügeligen Gebiet

Eine typische Halbtagestour im Voralpen- oder Hügelland lässt sich gut so gestalten, dass auch weniger geübte Personen Freude daran haben. Dabei hilft eine moderate Distanz und wenig technischer Anspruch.

Ein mögliches Vorgehen kann so aussehen:

  • Start am Bahnhof oder Parkplatz in einem Talort mit Anschluss an den öffentlichen Verkehr.

  • Aufstieg über eine gewalzte Forststrasse durch den Wald zu einem Aussichtspunkt oder einer Hochebene.

  • Pause mit Tee und Verpflegung an einem windgeschützten Ort.

  • Abstieg über denselben sicheren Weg oder eine alternative, sanft abfallende Route zurück ins Tal.

Dabei bleibt die Distanz im Bereich von 6–8 Kilometern mit maximal 300–400 Höhenmetern. Der grösste Teil der Strecke folgt breiten Wegen, auf denen sich auch ohne Schlitten genügend Winterstimmung geniessen lässt: verschneite Bäume, glitzernde Felder und ruhige Waldpassagen.

Ruhige Schneetour im Talboden

Nicht jede schöne Winterwanderung braucht viele Höhenmeter. Eine Route entlang eines Flusses, durch verschneite Wiesen oder über Felder kann genauso erholsam sein wie eine Bergtour, ist aber oft weniger anspruchsvoll.

In flachem Gelände kannst du die Gehzeit leichter anpassen und bei Bedarf jederzeit umdrehen. Solche Wege eignen sich besonders für spontane Nachmittagsrunden, für Familien mit kleineren Kindern oder für Personen, die nach einer Krankheit oder Verletzung wieder einsteigen möchten. Wichtig bleibt auch hier, auf rutschige Stellen zu achten, etwa auf Holzbrücken oder im Schatten.

Umgang mit Kälte, Wind und Nässe

Im Winter spielen Windchill (gefühlte Temperatur) und Feuchtigkeit eine wichtige Rolle. Selbst leichte Minusgrade können bei starkem Wind deutlich kälter wirken, während Windstille und Sonnenschein ein viel angenehmeres Empfinden schaffen.

Um dich unterwegs wohlzufühlen, hilft es, auf drei Dinge zu achten:

  • Schichten flexibel anpassen: Ein Kleidungsstück anziehen, bevor es dir kalt wird, und eine Schicht ausziehen, bevor du stark schwitzt.

  • Wind ausgesetzte Abschnitte möglichst zügig durchqueren und Pausen eher an geschützten Orten einlegen.

  • Nasse Kleidung frühzeitig wechseln, mindestens das Shirt direkt am Körper.

Wer zu kalten Händen oder Füssen neigt, packt dünne Ersatzsocken und ein zweites Paar Handschuhe ein. Chemische Hand- oder Fusswärmer können an besonders kalten Tagen zusätzlichen Komfort bringen, sollten aber nicht als Ersatz für angepasste Kleidung dienen.

Plan B, Abbruchkriterien und Rückweg

Eine Wintertour gewinnt an Sicherheit, wenn von Anfang an klar ist, unter welchen Umständen abgebrochen wird. Ein bewusst formulierter Plan B macht es leichter, vor Ort eine nüchterne Entscheidung zu treffen, statt an einer ursprünglich geplanten Route um jeden Preis festzuhalten.

Typische Abbruchkriterien können sein:

  • Das Wetter wird deutlich schlechter als prognostiziert (starker Wind, dichter Schneefall, Nebel).

  • Jemand in der Gruppe friert stark, ist blass oder ungewöhnlich müde.

  • Die geplante Zeit wird deutlich überschritten, und die Dämmerung rückt näher.

  • Der Weg ist vereister oder exponierter als erwartet und erzeugt Unsicherheit.

Der Rückweg sollte so gewählt sein, dass er klar und gut erkennbar bleibt. Wenn Zug oder Bus involviert sind, hilft es, sich die letzten Verbindungen des Tages zu notieren und eine Alternative (zum Beispiel ein anderer Bahnhof) zu kennen. Im Auto lohnt es sich, eine Decke, etwas Wasser und einen kleinen Snack zu deponieren, falls sich die Rückfahrt verzögert.

Digitale Helfer richtig nutzen

Digitale Werkzeuge können bei der Vorbereitung einer Winterwanderung wertvolle Dienste leisten, ersetzen aber nie eigene Aufmerksamkeit. Routenplaner, Wetter-Apps und Lawinenbulletins liefern viele Informationen, die zusammengenommen ein gutes Bild zeichnen.

Gut nutzbar sind zum Beispiel:

  • Routenplaner mit Höhenprofilen und Distanzangaben.

  • Wetter-Apps mit stündlicher Vorschau für Temperatur, Wind und Niederschlag.

  • Lawinenberichte von offiziellen Stellen im alpinen Bereich.

Es lohnt sich, Kartenmaterial vorab offline zu speichern, da die Netzabdeckung in abgelegenen Regionen eingeschränkt sein kann. Ausserdem ist es hilfreich, eine Powerbank mitzunehmen, um das Handy bei Bedarf nachzuladen, vor allem bei tiefen Temperaturen.

Kommunikation und Information von Angehörigen

Gerade im Winter ist es sinnvoll, jemandem mitzuteilen, wohin du gehst und wann du ungefähr zurück sein möchtest. So lässt sich im Notfall schneller reagieren, falls du wider Erwarten nicht zurückkehrst und das Handy kein Netz hat.

Eine kurze Nachricht mit Startpunkt, geplanter Route, voraussichtlicher Dauer und der Info, ob du alleine oder in einer Gruppe unterwegs bist, reicht bereits aus. Nach der Rückkehr meldest du dich wieder, damit klar ist, dass alles gut verlaufen ist. Wer alleine unterwegs ist, sollte noch vorsichtiger planen und auf einfache, gut begangene Wege setzen.

Häufige Fragen zur Winterwanderung ohne Schlitten

Welche Ausrüstung ist für eine Winterwanderung ohne Schlitten wirklich nötig?

Wichtig sind wasserdichte, hohe Wanderschuhe mit gutem Profil, ein mehrschichtiges Bekleidungssystem und ein bequemer Rucksack mit Hüftgurt. Dazu kommen Stöcke mit Wintertellern, Mütze, Handschuhe, Ersatzhandschuhe, eine Stirnlampe, eine kleine Apotheke und je nach Region Lawinennotfallausrüstung.

Wie weit darf eine Wintertour ohne Schlitten maximal sein?

Im Winter solltest du bei gleicher Kondition kürzere Strecken wählen als im Sommer, weil Schnee, Kälte und rutschiger Untergrund mehr Energie kosten. Für Einsteiger reichen häufig 6 bis 10 Kilometer, geübte Wandernde können je nach Höhenmetern und Schneeverhältnissen auch 12 bis 15 Kilometer schaffen.

Wie plane ich die Gehzeit im Schnee realistisch?

Im Schnee rechnest du in der Regel mit etwa der anderthalb- bis doppelten Gehzeit im Vergleich zu schneefreien Wegen, besonders bei ungespurten Passagen. Plane zusätzlich Pausen für Essen, Trinken und Kleiderschichten ein und halte im Winter immer eine Zeitreserve von mindestens einer Stunde zurück.

Was mache ich, wenn unterwegs die Verhältnisse schlechter werden?

Sinkt die Sicht stark, wird der Weg sehr eisig oder du fühlst dich deutlich unsicher, kehrst du besser rechtzeitig um oder weichst auf eine tiefere, sichere Variante aus. Hilfreich ist, wenn du von Beginn an Ausstiegspunkte, Busstationen oder kürzere Rückwege in der Planung berücksichtigt hast.

Kann ich Winterwanderungen ohne Schlitten auch mit Kindern unternehmen?

Mit Kindern eignen sich kurze Runden mit wenig Höhenmetern, vielen Pausen und klaren Rückzugsmöglichkeiten. Achte auf warme Reservekleider, heisse Getränke, Snacks in Griffweite und darauf, dass die Kinder aktiv bleiben und nicht zu lange still sitzen.

Wie gehe ich mit sehr kalten Temperaturen um?

Ab zweistelligen Minusgraden sind winddichte Aussenschicht, mehrere Isolationsschichten, balancierte Bewegung und häufiges Trinken besonders wichtig. Vermeide lange Standpausen, kontrolliere Finger, Zehen und Gesicht regelmässig und brich rechtzeitig ab, wenn du Kältezeichen wie taube Extremitäten oder Zittern bemerkst.

Ist eine Stirnlampe auch für eine kurze Tour nötig?

Im Winter wird es früh dunkel, Wolken und Schneefall schlucken zusätzlich viel Licht, deshalb gehört eine Stirnlampe immer in den Rucksack. Selbst wenn du nur eine Halbtagesrunde planst, bist du bei einer Verzögerung dank Lampe klar sicherer unterwegs.

Wie transportiere ich Getränke, damit sie nicht gefrieren?

Bewährt haben sich Thermoskannen im Rucksackinnern, möglichst nahe beim Rücken oder umgeben von Kleidung. Trinkschläuche von Trinksystemen können einfrieren, deshalb nimmst du im Winter besser verschliessbare Flaschen und isolierst diese mit einer Hülle oder einem Wollsocken.

Welche Rolle spielen Höhenmeter bei der Planung ohne Zug- oder Abfahrtshilfe?

Ohne Schlitten oder andere Abfahrtsgeräte musst du alle Höhenmeter auch wieder zu Fuss absteigen, was im Schnee anstrengend sein kann und Knie und Konzentration fordert. Plane lieber weniger Aufstieg und wähle Wege mit moderaten Gefällen, damit du auf rutschigen Passagen stabil bleibst.

Wie erkenne ich, ob meine geplante Route lawinensicher ist?

In der Schweiz helfen der aktuelle Lawinenlagebericht, offizielle Winterwanderwege und Tourenportale, die speziell markierte Winterrouten anzeigen. Meide Hänge steiler als ungefähr 30 Grad, grosse offene Schneeflächen und Touren, die explizit als Freeride- oder Schneeschuhrouten ohne Sicherung beschrieben sind.

Wie bereite ich mich körperlich auf eine solche Tour vor?

Regelmässige Spaziergänge, Treppensteigen, leichtes Bergwandern und Übungen für Beine und Rumpf verbessern Ausdauer und Stabilität. Ergänzend helfen Gleichgewichtsübungen und Training mit Stöcken, damit der Körper an die Belastung im Schnee mit Rucksack gewöhnt ist.

Welche Reserven sollte ich im Rucksack dabeihaben?

Nützlich sind eine zusätzliche wärmende Schicht, ein leichter Not-Biwaksack oder eine Rettungsdecke, Ersatzhandschuhe, ein Buff oder Schal und ein kleines Reparaturset mit Tape und Kabelbindern. Dazu kommen Snacks für mehrere zusätzliche Stunden und bei längeren oder abgelegenen Touren ein kleines Powerpack fürs Handy.

Fazit

Eine sorgfältig geplante Wintertour ohne Schlitten lebt von realistischer Selbsteinschätzung, angepasster Routenwahl und durchdachter Ausrüstung. Wer auf Wetter, Lawinenlage und Tageslicht achtet, Reserven einplant und klare Abbruchkriterien definiert, kann die verschneite Landschaft sicher und entspannt geniessen. Mit etwas Erfahrung und guter Vorbereitung werden solche Unternehmungen zu vielseitigen Wintererlebnissen, die weit über einen einfachen Spaziergang hinausgehen.

Checkliste
  • Höhenmeter: Mehr als 400–600 Höhenmeter aufwärts pro Tag können bei ungeübten Personen im Winter sehr anstrengend werden.
  • Untergrund: Tief verschneite Pfade kosten deutlich mehr Energie als gewalzte Wege.
  • Gruppenzusammensetzung: Kinder, ältere Personen oder ungeübte Wanderer bremsen das Tempo – was völlig in Ordnung ist, aber mit eingeplant werden muss.
  • Rückwegvariante: Gibt es eine Bahn, einen Bus oder eine kürzere Abstiegsmöglichkeit, falls jemand müde wird?

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