Maßnahmen zur Beseitigung von Glatteis auf Gehwegen

Lesedauer: 12 Min – Beitrag erstellt: 9. Mai 2026, zuletzt aktualisiert: 9. Mai 2026

Glatteis auf Gehwegen ist eine häufige Wintereinschränkung, die sowohl Verkehrsteilnehmer als auch Fußgänger betrifft. Das richtige Handeln zur Beseitigung kann die Sicherheit erhöhen und Unfälle verhindern. Verschiedene Maßnahmen sind dabei zielführend, um Gehwege von Glatteis zu befreien.

Personelle Maßnahmen

In Gemeinden kann ein Straßenbauunternehmen beauftragt werden, um bei winterlichen Bedingungen Gehwege regelmäßig zu überprüfen und bei Bedarf zu räumen. Freiwillige Helfer in Nachbarschaften können ebenfalls dazu beitragen, schneebedeckte und eisige Gehwege schnell zu beseitigen.

Verwendung von Streumitteln

Das Streuen von Materialien wie Streusalz, Sand oder Splitt ist eine effektive Methode zur Glatteisbeseitigung. Streusalz senkt den Gefrierpunkt von Wasser und sorgt dafür, dass Eis schmilzt. Sand hingegen verbessert die Trittsicherheit auf rutschigen Oberflächen. Ein sorgfältiger Einsatz ist ratsam, da die Umweltbelastung durch Streusalz minimiert werden sollte.

Mechanische Beseitigung

Die manuelle Entfernung von Eis mit Schaufeln oder speziellen Eispickeln kann besonders effektiv sein, nimmt jedoch Zeit in Anspruch. Eine bessere Alternative bieten mechanische Geräte wie Eisbeseitiger oder Schneefräsen, die dennoch auf die Größe und Art des Gehwegs abgestimmt sein sollten.

Vorbeugende Maßnahmen

Im Vorfeld der Wintersaison können spezielle vorbeugende Maßnahmen helfen, Glatteis zu vermeiden. Dazu zählt die Installation von beheizbaren Gehwegen oder die Anwendung von Anti-Rutsch-Beschichtungen, die das Entstehen von Eis verhindern können. Die Bewässerung mit Sole vor dem Frost hat sich ebenfalls als wirksam erwiesen, da sie das Anhaften von glattem Eis reduziert.

Anleitung
1Lage prüfenAm frühen Morgen und bei Wetterumschwüngen erfolgt eine Sichtkontrolle der Zugänge, Trottoirs und Treppenanlagen. Dabei werden Schattenlagen, neuralgische Stel….
2Gefahrstellen markierenOffensichtliche Problemzonen mit hoher Rutschgefahr werden als Erstes behandelt. Bei verzögerter Behandlung lassen sich Warnschilder oder mobile Ab….
3Geeignete Methode wählenAbhängig von Temperatur, Eisdicke und Untergrund wird entschieden, ob zuerst geschaufelt, abgekratzt, gestreut oder enteist wird. An sehr kalten T….
4Arbeitsmittel bereitstellenSchaufel, Besen, Eiskratzer, Streuwagen, Streumittel und allfällige Schneefräsen sollten griffbereit und funktionsfähig sein. Das erspart Suche….
5Gehwege bearbeitenZuerst wird lockerer Schnee weggeräumt, danach wird gefrorene Schicht mechanisch gelöst, soweit dies ohne Beschädigung von Belägen und Randsteinen mögli… — Prüfe anschließend das Ergebnis und wiederhole bei Bedarf die entscheidenden Schritte.

Nachhaltige Alternativen

Alternativen zu herkömmlichen Streumitteln sind umweltfreundliche Materialien. Es gibt biologisch abbaubare Enteisungsmittel, die weniger schädlich für die Natur sind, jedoch ebenso wirksam gegen Glatteis helfen. Diese sind besonders für den Einsatz in sensiblen Gebieten wie Parks oder Wohnanlagen zu empfehlen.

Feststellung und Diagnose von Glatteis

Vor der Anwendung jeglicher Maßnahmen ist es ratsam, die Glatteissituation zu überprüfen. Eine einfache Sichtprüfung kann auf frostige Stellen hinweisen. Wenn bei diesen Kontrollen vereiste Flächen sichtbar sind, sollte umgehend mit den Maßnahmen zur Beseitigung begonnen werden. Auch Wetterberichte sollten beachtet werden, um sich auf künftige Glätteperioden vorzubereiten.

Gesetzliche Grundlagen

Die Verantwortung zur Beseitigung von Glatteis liegt in der Regel bei den Grundstückseigentümern. Es ist wichtig, lokale Vorschriften zu überprüfen, da diese die Regelungen zur Gehwegsicherung festlegen. Zuwiderhandlungen können zu Schadensersatzansprüchen führen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung für Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer

Wer in der Schweiz eine Liegenschaft besitzt oder verwaltet, sollte für einen systematischen Ablauf bei Glätte auf Gehwegen sorgen. Eine klare Reihenfolge hilft, die Glättebeseitigung auf Gehwegen effizient und rechtssicher zu organisieren und unnötige Doppelarbeit zu vermeiden.

Ein sinnvoller Ablauf kann so aussehen:

  1. Lage prüfen
    Am frühen Morgen und bei Wetterumschwüngen erfolgt eine Sichtkontrolle der Zugänge, Trottoirs und Treppenanlagen. Dabei werden Schattenlagen, neuralgische Stellen bei Einfahrten und Übergänge zur Strasse besonders beachtet.

  2. Gefahrstellen markieren
    Offensichtliche Problemzonen mit hoher Rutschgefahr werden als Erstes behandelt. Bei verzögerter Behandlung lassen sich Warnschilder oder mobile Absperrungen einsetzen, um Passantinnen und Passanten zu sensibilisieren.

  3. Geeignete Methode wählen
    Abhängig von Temperatur, Eisdicke und Untergrund wird entschieden, ob zuerst geschaufelt, abgekratzt, gestreut oder enteist wird. An sehr kalten Tagen nützen viele Auftaumittel wenig, während bei knapp unter null Grad die chemische Enteisung sehr wirksam sein kann.

  4. Arbeitsmittel bereitstellen
    Schaufel, Besen, Eiskratzer, Streuwagen, Streumittel und allfällige Schneefräsen sollten griffbereit und funktionsfähig sein. Das erspart Sucherei im entscheidenden Moment und verkürzt die Reaktionszeit deutlich.

  5. Gehwege bearbeiten
    Zuerst wird lockerer Schnee weggeräumt, danach wird gefrorene Schicht mechanisch gelöst, soweit dies ohne Beschädigung von Belägen und Randsteinen möglich ist. Anschliessend erfolgt die Dosierung von Streumaterial oder einem alternativen Auftaumittel.

  6. Nachkontrolle
    Nach einer gewissen Einwirkzeit lohnt sich ein zweiter Blick. So lässt sich prüfen, ob Nachstreuen oder ein weiterer mechanischer Einsatz nötig ist, etwa wenn Tauwasser erneut gefriert.

  7. Dokumentation
    Bei Liegenschaften mit vielen Nutzerinnen und Nutzern ist ein schlichtes Journal hilfreich. Darin werden Datum, Uhrzeit, Witterung und ausgeführte Massnahmen notiert. Das erleichtert die Organisation und kann im Streitfall nützlich sein.

Mit einem solchen Schema gelingt es, die Glättebeseitigung auf Gehwegen im Alltag zu routinisieren und den Aufwand zu verteilen. Gleichzeitig wird ersichtlich, an welchen Stellen zusätzliche Hilfsmittel oder Anpassungen sinnvoll sind.

Auswahl und Lagerung von Streu- und Enteisungsmitteln

Die Wirkung der gewählten Streumittel hängt stark von Temperaturbereich, Untergrund und Dosierung ab. Wer sich mit den Eigenschaften der verschiedenen Produkte auseinandersetzt, kann Schäden an Belägen reduzieren und trotzdem eine verlässliche Rutschsicherheit erreichen.

Für die Auswahl bieten sich unter anderem folgende Kriterien an:

  • Temperaturbereich: Auftausalz wirkt nur zuverlässig bis zu einem bestimmten Minusbereich. Spezielle Enteisungsmittel mit Calcium- oder Magnesiumverbindungen decken tiefere Temperaturen ab, sind jedoch teurer und verlangen besonders umsichtige Anwendung.
  • Belagstyp: Naturstein, Betonpflaster, Asphalt oder Holz reagieren unterschiedlich auf Chemikalien und auf Splitt. Empfindliche Oberflächen wie polierte Natursteine benötigen möglichst schonende Produkte, um Verfärbungen und Abplatzungen zu verhindern.
  • Umweltverträglichkeit: Produkte mit reduziertem Salzgehalt oder mineralische Streumittel eignen sich in vielen Situationen besser für Böden, Pflanzen und Oberflächenwasser. Die Angaben auf der Verpackung sollten sorgfältig gelesen und befolgt werden.
  • Reinigungsaufwand im Frühling: Grosse Mengen Splitt oder Sand müssen später wieder aufgenommen werden, sonst verstopfen sie Abläufe oder beschädigen Kehrmaschinen und Velos. Eine sparsame Dosierung erleichtert den Unterhalt erheblich.

Ebenso wichtig wie die Wahl der Mittel ist deren Lagerung. Streugut sollte trocken, frostgeschützt und für unbefugte Hände möglichst unzugänglich aufbewahrt werden. Geeignet sind verschliessbare Behälter, kleinere Silos oder wettergeschützte Boxen nahe bei den zu betreuenden Wegen. So bleiben die Produkte rieselfähig, verklumpen nicht und stehen bei Bedarf rasch zur Verfügung.

Für grössere Liegenschaften lohnt sich eine Staffelung der Vorräte. Kleinbehälter können im Eingangsbereich, beim Treppenhaus oder in der Tiefgarage platziert werden, während der Hauptvorrat an einem zentralen, gut belüfteten Ort lagert. Damit ist sichergestellt, dass auch bei plötzlichen Wetterumschwüngen und in Randzeiten genug Material vorhanden ist.

Organisation von Winterdienst in Mehrfamilienhäusern und Siedlungen

In Mehrparteienhäusern und Wohnüberbauungen ist die Organisation des Winterdienstes oft anspruchsvoller als bei Einfamilienhäusern. Da viele Personen dieselben Wege nutzen, aber nicht immer klar geregelt ist, wer wofür verantwortlich ist, hilft eine präzise Zuständigkeitsregelung. Diese lässt sich vertraglich festhalten und für alle sichtbar machen.

Bewährt hat sich folgende Struktur:

  • Zuständigkeit klären: Der Mietvertrag, das Reglement der Stockwerkeigentümergemeinschaft oder der Hausordnungstext definiert, wer die Glättebeseitigung auf Gehwegen, Treppen, Parkplätzen und Zufahrten übernimmt. Oft wird eine externe Firma beauftragt oder der Hauswart übernimmt den Winterdienst.
  • Bereiche definieren: Ein Plan der Liegenschaft mit markierten Räum- und Streuflächen schafft Übersicht. Darin lassen sich auch Prioritäten festhalten, damit zuerst die wichtigsten Zugänge abgesichert werden.
  • Dienstzeiten festlegen: In einem Zeitfenster wird geregelt, bis wann am Morgen die Wege zu sichern sind und wie im Tagesverlauf auf Schneefall und Glatteis reagiert wird. Dazu gehört auch die Frage, wie am Wochenende oder an Feiertagen vorgegangen wird.
  • Vertretung regeln: Fällt die zuständige Person aus, muss klar sein, wer einspringt. Das reduziert das Risiko, dass bei einem Sturm oder eisigem Regen gar niemand zur Verfügung steht.
  • Kommunikation sicherstellen: Kontaktangaben der verantwortlichen Stelle sollten im Eingangsbereich oder im Hausflur gut sichtbar angebracht sein. So können Bewohnerinnen und Bewohner bei akuten Problemen rasch informieren, wenn etwa ein bestimmter Abschnitt durch gefrierendes Tauwasser rutschig wird.

Ein sauber organisierter Winterdienst in Siedlungen verhindert Streit, sorgt für Transparenz und reduziert Haftungsrisiken. Gleichzeitig erhöht er die Sicherheit für ältere Personen, Kinder und Menschen mit eingeschränkter Mobilität, die auf verlässliche Wege angewiesen sind.

Technische Hilfsmittel für anspruchsvolle Situationen

Manche Bereiche sind so stark von Vereisung betroffen, dass reine Handarbeit mit Schaufel und Besen unglaublich mühsam wäre. In solchen Fällen können technische Hilfsmittel helfen, den Aufwand zu verringern und die Sicherheit trotzdem hoch zu halten.

Für verschiedene Situationen stehen unterschiedliche Lösungen zur Verfügung:

  • Schneefräsen und Räumpflüge im Kleinformat: Für lange Trottoirs, Zufahrten oder breite Eingangsbereiche gibt es kompakte Motorgeräte, die Schnee zügig zur Seite oder nach vorne auswerfen. Damit entsteht eine relativ saubere Oberfläche, auf der anschliessend nur noch punktuell gegen Eisbildung vorgegangen werden muss.
  • Streuwagen und Dosiergeräte: Manuelle oder motorisierte Streuwagen verteilen Material gleichmässig und sparsam. Sie bieten sich an, wenn grössere Mengen Splitt, Salz oder alternative Streumittel auf längeren Gehwegen benötigt werden.
  • Elektrische oder wassergeführte Flächenheizungen: In engen Rampen, heiklen Treppen oder stark frequentierten Eingangsbereichen lassen sich Heizsysteme im Boden integrieren. Sie halten bei richtiger Auslegung die Oberflächen weitgehend eisfrei und reduzieren den Bedarf an chemischen Mitteln deutlich.
  • Ablaufrinnen und Entwässerungselemente: Gut geplante Entwässerung vermeidet, dass sich auf Gehwegen stehendes Wasser ansammelt und später gefriert. Bei Sanierungen bietet es sich an, zusätzliche Rinnen, Sinkkästen oder leicht geneigte Beläge vorzusehen, damit das Wasser abgeführt wird.

Wer solche Systeme einsetzen möchte, sollte bei Neubau oder Sanierung frühzeitig planen. Dadurch lassen sich Stromanschlüsse, Leitungsführungen und Platz für Steuerungen berücksichtigen. Zudem können so energieeffiziente Steuerkonzepte umgesetzt werden, die nur bei Frostgefahr und Niederschlag aktiv sind und den Stromverbrauch senken.

Auch ohne grosse Investitionen erleichtern kleinere technische Hilfen den Alltag. Rutschhemmende Gummimatten vor Hauseingängen, profilierte Trittstufen auf Metalltreppen oder zusätzliche Handläufe an Treppenanlagen steigern die Sicherheit deutlich. In Kombination mit sorgfältiger Glättebeseitigung auf Gehwegen entsteht so ein robustes Sicherheitsniveau für die Wintermonate.

Häufige Fragen zur Glättebeseitigung auf Gehwegen

Wer ist in der Schweiz für die Glättebeseitigung auf Gehwegen verantwortlich?

In der Regel sind die Eigentümerinnen und Eigentümer eines Grundstücks für die sichere Begehbarkeit des angrenzenden Trottoirs verantwortlich. Viele Gemeinden regeln in ihrem Polizeireglement oder Strassenreglement, bis wann geräumt und gestreut sein muss und welche Mittel erlaubt sind.

Bei Unsicherheiten lohnt sich ein Blick in das lokale Gemeindereglement oder eine kurze Anfrage bei der Gemeindeverwaltung. So lassen sich Haftungsrisiken und Missverständnisse mit der Behörde vermeiden.

Wann sollte im Winter am besten geräumt und gestreut werden?

Die Sicherung des Gehwegs sollte so erfolgen, dass der Weg zu den üblichen Verkehrszeiten möglichst eisfrei ist. In vielen Gemeinden bedeutet dies, dass bis am frühen Morgen geräumt und gestreut sein muss und bei anhaltendem Schneefall oder Eisregen nachgebessert wird.

Besonders wirkungsvoll ist es, Schnee sofort nach dem Niederschlag zu räumen und erst danach Streumittel aufzutragen. So bildet sich weniger festgetretenes Eis, das später nur noch mit grossem Aufwand entfernt werden kann.

Welche Streumittel sind auf Gehwegen sinnvoll und erlaubt?

Auf Gehwegen kommen vor allem Splitt, Sand oder granulierte Auftaumittel zum Einsatz, wobei viele Gemeinden Streusalz einschränken oder nur auf Hauptwegen tolerieren. Splitt und Sand verbessern die Griffigkeit, ohne den Boden zu stark zu belasten, bleiben aber nach der Tauphase liegen und müssen wieder eingesammelt werden.

Auftauprodukte auf Basis von Salz wirken rasch, können jedoch Pflanzen, Beläge und Oberflächengewässer schädigen. Ein Blick in die kommunalen Vorschriften hilft, passende Produkte auszuwählen und Bussen zu vermeiden.

Wie kann Glatteis ohne Salz wirksam entfernt werden?

Ohne Salz sind mechanische Methoden entscheidend: Eis wird mit einem Eiskratzer, einer Schneeschaufel mit Metallkante oder einer Hacke gelockert und anschliessend entfernt. Danach verbessert eine dünne Schicht Splitt oder Sand die Trittsicherheit deutlich.

Bei dünnem Eis reicht es oft, die Oberfläche anzuritzen und die aufgebrochene Schicht wegzuschaufeln. In Eingangsbereichen können zudem rutschhemmende Matten oder Gitterroste eingesetzt werden, um die Sicherheit weiter zu erhöhen.

Wie viel Streumittel sollte auf einem Gehweg verwendet werden?

Eine sparsame Dosierung genügt in den meisten Fällen, da zu viel Material kaum mehr Sicherheit bringt und die Umwelt zusätzlich belastet. Als Richtwert gilt: Die Oberfläche soll deutlich sichtbar bestreut sein, der Belag aber nicht unter einer dicken Schicht verschwinden.

Bei Auftaumitteln orientiert man sich am besten an den Herstellerangaben auf der Verpackung. Für Splitt reicht meist eine dünne, gleichmässige Schicht, die insbesondere auf Trittspuren und an Gefahrenstellen wie Treppen verdichtet wird.

Wie können ältere Personen und Kinder auf rutschigen Wegen besser geschützt werden?

An Stellen, die häufig von älteren Personen oder Kindern genutzt werden, sollten Wege besonders sorgfältig geräumt und mit rutschhemmenden Mitteln versehen werden. Zusätzliche Handläufe an Treppen, gut sichtbare Markierungen und Beleuchtung erhöhen die Sicherheit zusätzlich.

Im Umfeld von Schulen, Kitas oder Alterszentren lohnt sich eine engere Zusammenarbeit mit der Gemeinde oder Nachbarschaft. Absprachen über Prioritäten bei der Schneeräumung helfen, gefährliche Situationen zu vermeiden.

Was ist zu tun, wenn sich trotz Streuen eine dicke Eisschicht gebildet hat?

Bei dicken Eisschichten wird zuerst die Oberfläche mit einem Eisschaber oder einer Hacke angeritzt, damit das Eis in Platten bricht. Grössere Stücke werden anschliessend mit Schneeschaufel oder Besen entfernt, bevor erneut eine griffige Schicht Streumaterial aufgebracht wird.

Hilfreich ist es, zunächst nur einen sicheren Streifen freizulegen, damit der Weg wieder begehbar ist. Danach kann man den restlichen Bereich Schritt für Schritt bearbeiten, ohne den ganzen Gehweg auf einmal freilegen zu müssen.

Wie lange muss ein Gehweg nach Schneefall oder Eisregen gesichert sein?

Der Gehweg muss während der üblichen Benützungszeiten so unterhalten werden, dass Fussgängerinnen und Fussgänger ihn im Normalfall sicher benutzen können. Absolute Rutschfreiheit wird rechtlich meist nicht verlangt, doch gefährliche Glätte muss innert angemessener Frist behoben werden.

Bei anhaltendem Schneefall oder gefrierendem Regen ist es deshalb wichtig, die Situation regelmässig zu kontrollieren und bei Bedarf nachzuräumen oder nachzustreuen. Besonders morgens und abends ändern sich die Bedingungen durch Temperaturwechsel schnell.

Welche Rolle spielt die richtige Ausrüstung bei der Glättebeseitigung?

Geeignetes Werkzeug wie ergonomische Schneeschaufeln, robuste Eiskratzer und widerstandsfähige Besen erleichtert die Arbeit und reduziert das Verletzungsrisiko. Rutschfeste Schuhe, Handschuhe und eventuell Spikes für das eigene Schuhwerk sorgen dafür, dass man selbst beim Räumen sicher unterwegs ist.

Wer grössere Flächen betreuen muss, profitiert von Hilfsmitteln wie Streuwagen oder Schaufeln mit Rädern. Diese Hilfen verteilen die Last besser und ermöglichen ein zügigeres Arbeiten, ohne den Rücken zu überlasten.

Wie lässt sich Glättebildung auf Gehwegen längerfristig verringern?

Langfristig helfen bauliche Anpassungen wie leicht geneigte Beläge, die Wasser seitlich ableiten, sowie drainierende Pflastersteine, welche stehende Nässe reduzieren. Geeignete Oberflächen mit rauer Struktur mindern das Risiko, dass sich eine geschlossene Eisschicht bildet.

Auch die Pflege rund um den Weg ist wichtig, etwa das Entfernen von Laub im Herbst oder das Sauberhalten von Abläufen. So kann Schmelzwasser besser abfliessen und gefriert weniger rasch zu gefährlichem Eis.

Was passiert, wenn der Gehweg nicht geräumt oder gestreut wird?

Wer seine Räum- und Streupflicht vernachlässigt, riskiert bei einem Unfall zivilrechtliche Haftungsansprüche und je nach kantonaler Regelung auch Bussen. Versicherungen prüfen im Schadenfall, ob die zumutbaren Massnahmen getroffen wurden und können Leistungen kürzen, wenn grobe Sorgfaltspflichtverletzungen vorliegen.

Regelmässige Kontrollen und eine gute Dokumentation des Winterdiensts bieten im Streitfall wertvolle Argumente. Im Zweifel ist es stets sinnvoll, eher einmal zu viel als zu wenig zu räumen und zu streuen.

Fazit

Eine sorgfältige Glättebeseitigung auf Gehwegen kombiniert mechanische Räumung, gezielten Einsatz von Streumitteln und vorbeugende Massnahmen. Wer Verantwortlichkeiten kennt, die Witterung aufmerksam beobachtet und passende Werkzeuge bereithält, sorgt für sichere Wege und reduziert Haftungsrisiken deutlich.

Mit einem klaren Vorgehen und angepassten Mitteln lassen sich selbst anspruchsvolle Wintersituationen zuverlässig meistern.

Checkliste
  • Temperaturbereich: Auftausalz wirkt nur zuverlässig bis zu einem bestimmten Minusbereich. Spezielle Enteisungsmittel mit Calcium- oder Magnesiumverbindungen decken tiefere Temperaturen ab, sind jedoch teurer und verlangen besonders umsichtige Anwendung.
  • Belagstyp: Naturstein, Betonpflaster, Asphalt oder Holz reagieren unterschiedlich auf Chemikalien und auf Splitt. Empfindliche Oberflächen wie polierte Natursteine benötigen möglichst schonende Produkte, um Verfärbungen und Abplatzungen zu verhindern.
  • Umweltverträglichkeit: Produkte mit reduziertem Salzgehalt oder mineralische Streumittel eignen sich in vielen Situationen besser für Böden, Pflanzen und Oberflächenwasser. Die Angaben auf der Verpackung sollten sorgfältig gelesen und befolgt werden.
  • Reinigungsaufwand im Frühling: Grosse Mengen Splitt oder Sand müssen später wieder aufgenommen werden, sonst verstopfen sie Abläufe oder beschädigen Kehrmaschinen und Velos. Eine sparsame Dosierung erleichtert den Unterhalt erheblich.

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