Wie reinige ich meine Kaminanlage sicher nach einem langen Winter?

Lesedauer: 15 Min – Beitrag erstellt: 9. Mai 2026, zuletzt aktualisiert: 9. Mai 2026

Eine Kaminanlage bleibt langfristig sicher und effizient, wenn sie regelmässig und sorgfältig gereinigt wird. Nach einer langen Heizperiode solltest du Ruß, Asche und Ablagerungen entfernen und gleichzeitig die Anlage visuell auf Schäden prüfen. Für alle Arbeiten im Inneren des Kamins gilt: Sicherheit zuerst, Feuer vollständig aus, Brennraum kalt und ausreichende Lüftung.

Die gründliche Reinigung nach dem Winter ist auch ein idealer Zeitpunkt, um typische Probleme früh zu erkennen. Wer systematisch vorgeht, verlängert die Lebensdauer der Anlage, senkt das Risiko von Kaminbränden und nutzt Holz oder Pellets deutlich effizienter.

Vorbereitung: Sicherheit und richtige Reihenfolge

Bevor du mit Besen und Schaufel loslegst, braucht es einen klaren Ablauf. So vermeidest du Staub in der ganzen Wohnung und minimierst jedes Risiko durch Glutreste oder Kohlenmonoxid.

Stelle zunächst sicher, dass seit mindestens 12 bis 24 Stunden kein Feuer mehr brennt und der Brennraum vollständig ausgekühlt ist. Prüfe, ob wirklich keine glimmenden Reste mehr vorhanden sind. Öffne danach Fenster im Raum und, wenn möglich, angrenzende Türen, damit es einen leichten Luftaustausch gibt.

Für die Reinigung bewährt sich einfache Schutzausrüstung: Arbeitshandschuhe, alte Kleidung, eine Schutzbrille bei starkem Staubanfall und im Idealfall eine Staubmaske. Lege Tücher oder Malervlies um den Kamin herum aus, um Boden und Möbel vor Asche und Ruß zu schützen.

Für kleinere Arbeiten im Innenraum der Feuerstätte kannst du vieles selbst erledigen. Für den Kaminzug und schwer zugängliche Bereiche ist jedoch in der Schweiz in der Regel der Kaminfeger zuständig, der zudem periodische Reinigungen und Kontrollen nach kantonalen Vorschriften durchführt.

Werkzeuge und Hilfsmittel für eine gründliche Reinigung

Mit geeignetem Werkzeug geht die Arbeit einfacher und sauberer von der Hand. Gleichzeitig vermeidest du Schäden an Schamottsteinen, Glas und Dichtungen.

Typische Hilfsmittel, die sich für viele Kaminanlagen eignen, sind:

  • Metallschaufel und Metallbehälter mit Deckel für Asche
  • Handfeger aus Naturborsten oder speziellem Kaminbesen
  • Aschesauger mit Metallbehälter und feuerfestem Schlauch (kein normaler Haushaltsstaubsauger)
  • Mikrofasertücher und weiche Schwämme
  • Glasreiniger speziell für Kamin- oder Ofenscheiben
  • Pinsel oder kleiner Bürstenaufsatz für schmale Ritzen
  • Taschenlampe oder Stirnlampe für die Sichtprüfung im Inneren
  • Ggf. ein Satz Ersatzdichtungen und Ofendichtband, wenn sichtbare Schäden vorhanden sind

Normale Haushaltsstaubsauger sind für Asche problematisch, selbst wenn sie kalt ist. Der feine Staub setzt Filter rasch zu, gelangt wieder in die Raumluft und kann das Gerät beschädigen. Ein Aschesauger ist speziell auf diesen Einsatz ausgelegt und schützt sowohl dich wie auch dein Equipment.

Asche und Rückstände im Brennraum richtig entfernen

Im Brennraum sammelt sich während der Heizperiode viel Asche, teils vermischt mit Russ und kleinen Holzkohleresten. Dieser Bereich bildet den Kern deiner Reinigungsarbeit.

Gehe in einer einfachen Abfolge vor:

  1. Tür öffnen und loses Brennmaterial (nicht verbrannte Holzstücke, Anzünder) herausnehmen.
  2. Grobe Ascheschichten mit Metallschaufel abtragen und vorsichtig in einen Metallbehälter geben.
  3. Mit Handfeger oder Aschesauger die restliche Asche entlang der Ecken und Kanten aufnehmen.
  4. Rost, Aschekasten und eventuelle Einlegeplatten entnehmen und separat ausfegen.
  5. Mit einer Taschenlampe Brennraum, Fugen und Übergänge zu den Rauchkanälen kontrollieren.

Asche sollte grundsätzlich nur vollständig erkaltet entsorgt werden. Bewahre sie ein bis zwei Tage im geschlossenen Metallbehälter auf, bevor du sie in den Kehricht gibst oder – falls geeignet – im Garten ausbringst. In vielen Gemeinden ist es üblich, erkaltete Asche über den normalen Hauskehricht zu entsorgen, informiere dich bei der örtlichen Entsorgung über die Vorgaben.

Feuerraum und Schamottsteine schonend säubern

Im Inneren vieler Kaminöfen sind Schamottsteine oder andere feuerfeste Auskleidungen verbaut. Diese Materialien speichern Wärme und schützen das Metallgehäuse, können aber bei falscher Behandlung reissen oder ausbrechen.

Anleitung
1Tür öffnen und loses Brennmaterial (nicht verbrannte Holzstücke, Anzünder) herausnehmen.
2Grobe Ascheschichten mit Metallschaufel abtragen und vorsichtig in einen Metallbehälter geben.
3Mit Handfeger oder Aschesauger die restliche Asche entlang der Ecken und Kanten aufnehmen.
4Rost, Aschekasten und eventuelle Einlegeplatten entnehmen und separat ausfegen.
5Mit einer Taschenlampe Brennraum, Fugen und Übergänge zu den Rauchkanälen kontrollieren.

Verzichte auf harte Metallbürsten, scharfe Spachtel und aggressive Chemikalien auf den Innenflächen. Lockeren Ruß und Staub entfernst du am besten mit einem trockenen Pinsel, einem weichen Handfeger oder dem Aschesauger. Leichte Verfärbungen sind normal und kein Problem für die Funktion.

Falls du Risse in Schamottsteinen erkennst, beobachte zuerst deren Ausmass. Haarrisse sind bei älteren Öfen häufig und meist unkritisch. Sobald allerdings einzelne Stücke locker werden, sich Material herausschiebt oder Steine sichtbar ausbrechen, sollte eine Fachperson beigezogen werden. In solchen Fällen kann der Feuerraum seine Schutzfunktion verlieren und im Extremfall überhitzen.

Kaminscheibe wieder klar bekommen

Eine saubere Scheibe ist nicht nur optisch angenehmer, sondern zeigt auch, ob dein Kamin effizient und mit ausreichender Luftzufuhr brennt. Starke Verrussung kann ein Hinweis auf zu feuchtes Holz oder zu wenig Verbrennungsluft sein.

Zum Reinigen empfiehlt sich ein Glasreiniger, der für Ofen- oder Kaminverglasungen geeignet ist. Alternativ kannst du ein leicht angefeuchtetes Küchenpapier oder ein Tuch mit etwas Asche aus dem Brennraum benetzen und damit über die Scheibe reiben. Die feine Asche wirkt wie ein mildes Scheuermittel und löst viele Beläge, ohne die Glasoberfläche anzugreifen.

Danach wischst du mit einem sauberen, leicht feuchten Tuch nach und trocknest die Fläche mit einem weichen Lappen. Verwende keine Rasierklingen oder scharfen Metallspachtel auf dem Glas, da sie feine Kratzer erzeugen können, die sich später stärker zusetzen.

Wenn sich braune, harzige Schlieren kaum mehr entfernen lassen, deutet das häufig auf längere Zeit mit falschem Brennstoff hin, etwa sehr feuchtes Holz oder behandelte Hölzer. In solchen Fällen lohnt es sich, das eigene Heizverhalten und die Holzqualität kritisch zu prüfen.

Dichtungen und Türmechanik prüfen

Dichtungen um die Kamintür und an den Scheiben verhindern, dass Rauchgase in den Wohnraum dringen und sorgen für einen kontrollierten Luftzug. Mit der Zeit werden sie hart, brüchig oder verlieren an Elastizität.

Überprüfe die Dichtung optisch entlang des gesamten Verlaufs: Gibt es abgeflachte Stellen, Risse, Lücken oder Bereiche, in denen sie sich vom Metall gelöst hat? Schliess die Tür und führe ein dünnes Blatt Papier in den Dichtungsbereich. Lässt es sich bei geschlossener Tür leicht herausziehen, kann die Abdichtung an dieser Stelle unzureichend sein.

Hart gewordene oder beschädigte Dichtungen lassen sich bei vielen Öfen mit etwas handwerklichem Geschick selbst ersetzen. Üblicherweise werden Dichtbänder in passender Stärke zugeschnitten, mit Hochtemperaturkleber eingesetzt und danach gut angedrückt. Achte darauf, dass der Querschnitt und die Form der neuen Dichtung zu den Herstellervorgaben deines Kamins passen.

Auch die Türscharniere und der Verschlussmechanismus verdienen einen Blick. Leichtes Spiel lässt sich oft mit Einstellschrauben korrigieren. Knarrende Scharniere können mit hitzebeständigem Schmiermittel sparsam gepflegt werden, wobei kein Öl auf Dichtungen oder Glas gelangen sollte.

Rauchrohre und Kaminzug: Was du selbst kontrollieren kannst

Der sichere Abzug der Rauchgase über Rohrleitungen und Schornstein ist entscheidend für den Betrieb. Eine komplette Reinigung des Kaminzugs liegt in der Verantwortung des Kaminfegers, doch einfache Kontrollen kannst du selbst durchführen.

Bei sichtbaren Rauchrohren im Raum lohnt sich eine äussere Sichtprüfung: Zeigen sich Roststellen, Verfärbungen, Spuren von austretendem Rauch an Verbindungen oder gar feine Risse, deutet das auf Reparaturbedarf hin. Die Verbindungsstellen solltest du auf Dichtheit prüfen und bei Bedarf von aussen von Ruß befreien, damit Undichtigkeiten erkennbar bleiben.

Viele Kaminöfen haben Revisionsöffnungen oder abnehmbare Elemente, mit denen der Kaminfeger in den hinteren Bereich gelangt. Diese Öffnungen solltest du frei zugänglich halten und nicht dauerhaft zustellen. Wenn sich in den Rauchrohren beim normalen Betrieb Klingelgeräusche, Pfeifen oder ein ungewöhnlich starkes Rauschen bemerkbar machen, kann das auf Zugprobleme hindeuten, die fachlich abgeklärt werden sollten.

Starker Rauchgeruch im Raum während des Anfeuerns oder typische Rückstauerscheinungen, etwa Rauch, der in den Wohnraum drückt, sind immer ein Warnsignal. In diesem Fall sollte die Nutzung eingestellt und der Kaminfeger oder eine Fachperson beigezogen werden, bevor weiter geheizt wird.

Ruß, Glanzruß und die Gefahr von Kaminbrand

Ruß entsteht bei jeder Holzverbrennung, ist aber je nach Betriebsweise und Brennstoff unterschiedlich ausgeprägt. Besonders gefährlich ist sogenannter Glanzruß, eine harte, glänzende Ablagerung im Kaminzug, die sich leicht entzünden kann.

Glanzruß bildet sich vor allem, wenn über längere Zeit mit sehr feuchtem Holz, bei starker Drosselung der Luftzufuhr oder bei niedrigen Abgastemperaturen geheizt wird. In solchen Situationen verbrennen Teere und Gase nicht vollständig, sondern lagern sich an den Innenwänden ab. Für Laien ist diese harte Schicht schwer zu erkennen, da sie meist im Schornsteininneren liegt.

In der Schweiz schreiben kantonale Vorschriften periodische Reinigungen und Kontrollen durch den Kaminfeger vor. Dabei werden auch solche Ablagerungen entfernt oder zumindest rechtzeitig erkannt. Wenn du starke Rußflocken, bröselige schwarze Klumpen oder glänzende Stücke im Aschekasten oder rund um Revisionsöffnungen findest, lohnt sich ein früherer Termin mit dem Kaminfeger.

Heizverhalten optimieren, um weniger reinigen zu müssen

Viele Verschmutzungen im Kaminbereich hängen direkt mit der Art und Weise zusammen, wie geheizt wird. Wer Verbrennung und Brennstoff gut abstimmt, muss seltener aufwändig putzen und reduziert gleichzeitig das Risiko von Störungen.

Verwende nur naturbelassenes, lufttrockenes Holz mit einer Restfeuchte von in der Regel höchstens 20 Prozent. Frisch geschlagenes oder nur kurz gelagertes Holz brennt schlecht, erzeugt viel Rauch und starke Rußablagerungen. Behandeltes Holz, Spanplatten oder Müll haben in der Feuerstätte aus Sicherheits- und Umweltgründen nichts verloren.

Beim Anfeuern hat sich die sogenannte „oben brennende“ Methode bewährt: Grössere Holzscheite unten, darüber kleinere Holzstücke und ganz oben Anzündmaterial. Diese Schichtung sorgt für einen raschen Temperaturaufbau und eine saubere Flamme, wodurch die Scheibe länger klar bleibt und weniger Ablagerungen entstehen.

Die Luftzufuhr solltest du nur so weit drosseln, wie es der Hersteller empfiehlt. Ein Kamin, der über lange Zeit nur im „Dauer-Schwelbetrieb“ läuft, produziert besonders viele Ruß- und Teerablagerungen. Eine klare, lebendige Flamme und wenig sichtbarer Rauch draussen sind ein gutes Zeichen für eine saubere Verbrennung.

Typische Fehler bei der Reinigung vermeiden

Bei der Pflege einer Kaminanlage passieren immer wieder ähnliche Missgeschicke, die sich mit etwas Aufmerksamkeit vermeiden lassen. Manche führen nur zu mehr Arbeit, andere können sicherheitsrelevant sein.

Ein verbreiteter Fehler ist das Absaugen von scheinbar kalter Asche mit dem normalen Haushaltsstaubsauger. Glutnester können sich im Staubbeutel entzünden, und selbst ohne Glut führt der feine Staub oft zu Schäden am Gerät. Ein zweiter Klassiker ist der Einsatz aggressiver Reinigungsmittel im Feuerraum oder auf Dichtungen, was Materialien auslaugen und spröde machen kann.

Ebenfalls problematisch ist der Einsatz von viel Wasser und nassen Tüchern im Brennraum. Feuchtigkeit kann in Schamottsteine oder Fugen eindringen und beim nächsten Heizen zu Spannungen führen. Besser sind trockene oder nur leicht angefeuchtete Hilfsmittel, insbesondere im Innenraum.

Auch zu eigenmächtige Eingriffe am Kaminzug oder an Sicherheitseinrichtungen sind heikel. Abdeckklappen, Verbrennungsluftführungen und Sicherheitskomponenten sollten in ihrer Funktion erhalten bleiben. Grössere Umbauten gehören in die Hände einer Fachperson, zumal in vielen Gemeinden baurechtliche und feuerpolizeiliche Vorschriften gelten.

Wann eine Fachperson hinzugezogen werden sollte

Viele Reinigungsarbeiten lassen sich selbst erledigen, aber irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem Fachwissen und spezielle Werkzeuge gefragt sind. Die Kunst besteht darin, diesen Zeitpunkt rechtzeitig zu erkennen.

Spätestens wenn du Risse im Kaminrohr, ungewöhnliche Geräusche im Kaminzug, anhaltenden Rauchgeruch im Wohnraum oder sichtbare Verformungen an Metallteilen feststellst, ist professionelle Hilfe ratsam. Auch sichtbare Verfärbungen an Wänden oder Decken in der Nähe des Kamins können ein Hinweis auf undichte Stellen oder feuchte Rauchgase sein.

Der regelmässige Besuch des Kaminfegers ist ohnehin Pflicht und ein guter Anlass, Fragen zum allgemeinen Zustand der Anlage zu stellen. Viele Betriebe bieten neben der vorgeschriebenen Reinigung zusätzliche Dienstleistungen an, etwa die Beurteilung von Schamottsteinen, Dichtungen oder die Optimierung des Brennverhaltens.

Wer unsicher ist, ob eine geplante Anpassung – beispielsweise ein neues Rauchrohr, eine geänderte Wanddurchführung oder eine Umrüstung – zulässig ist, sollte vorab eine Fachfirma oder den zuständigen Brandschutzdienst ansprechen. So lassen sich spätere Ärgernisse und unnötige Kosten vermeiden.

Beispiele aus dem Alltag mit Kamin

Ein typischer Fall ist die stark nachdunkelnde Scheibe nach jeder Heizsaison. In vielen Haushalten zeigt sich dann, dass über Monate hinweg eher mit zu wenig Luftzufuhr und teils feuchtem Holz geheizt wurde. Nach der Reinigung lohnt es sich, im nächsten Winter bewusst auf trockene Holzscheite und eine etwas offenere Luftregelung zu achten. Oft bleibt die Scheibe dann deutlich länger sauber, und die Heizleistung verbessert sich.

Ein anderes häufiges Szenario betrifft ältere Öfen, bei denen der Brennraum schon viele Jahre in Betrieb ist. Nach der Winterpause fallen erste Risse in den Schamottsteinen, bröselige Kanten oder lockere Teile auf. Wer solche Zeichen ernst nimmt und frühzeitig Ersatzteile bestellt oder eine Fachperson beizieht, verhindert Folgeschäden und kann den Ofen meist weiterhin zuverlässig nutzen.

Es gibt auch Fälle, in denen der Kamin während der Heizperiode immer wieder leicht in den Raum raucht, besonders bei Wind oder beim Anfeuern. Nach der gründlichen Innenreinigung, der Kontrolle der Dichtungen und einer justierten Luftzufuhr verbessert sich das Verhalten deutlich. Zusätzlich hilft es, das Anfeuern mit ausreichend Zugunterstützung zu gestalten, etwa durch leicht geöffnetes Fenster im selben Raum.

Jährliche Routine für saubere und sichere Kaminanlagen

Wer für jede Heizperiode eine feste Routine pflegt, hat deutlich weniger Aufwand mit überraschenden Problemen. Die Reinigung nach dem Winter eignet sich ideal, um eine solche Abfolge aufzubauen.

Im Ablauf eines Jahres haben sich folgende Punkte als sinnvoller Rhythmus bewährt: Nach Ende der Heizsaison erfolgt eine gründliche Innenreinigung mit Kontrolle der Dichtungen, der Schamottsteine und der sichtbaren Rauchrohre. Während der Heizperiode werden Aschekasten und Brennraum je nach Nutzung in regelmässigen Abständen geleert, etwa wöchentlich oder nach Bedarf. Die Glasreinigung erfolgt nach Wunsch, meist immer dann, wenn der Blick auf die Flammen deutlich eingeschränkt ist.

Die Termine des Kaminfegers bilden die zweite Säule dieser Routine. Nach seinem Einsatz lohnt es sich, die Beobachtungen zu besprechen und Hinweise zum eigenen Heizverhalten mitzunehmen. So entsteht über einige Jahre ein gutes Gefühl dafür, wie die eigene Anlage reagiert und wann grössere Arbeiten anstehen könnten.

Wenn du diese jährliche Routine verinnerlichst und auf trockenes Holz, ausreichende Luftzufuhr sowie aufmerksame Sichtkontrollen achtest, bleibt die Kaminanlage in aller Regel lange sicher und zuverlässig im Einsatz.

Häufige Fragen zur sicheren Reinigung der Kaminanlage

Wie oft sollte ich meine Kaminanlage während der Heizsaison reinigen?

In der Heizsaison ist es sinnvoll, den Brennraum je nach Nutzungsintensität alle ein bis drei Wochen von Asche zu befreien. Eine grössere Reinigung mit Kontrolle der Dichtungen, Scheibe und Luftführungen reicht in der Regel ein- bis zweimal pro Saison, zusätzlich zur obligatorischen Kontrolle durch den Kaminfeger.

Darf ich chemische Kaminreiniger oder Anzündblöcke mit Zusatzstoffen verwenden?

Viele chemische Hilfsmittel können Rückstände hinterlassen, die Material und Umwelt belasten oder zu Geruchsbildung führen. In einem üblichen Cheminée- oder Ofenbetrieb reicht es, mit gut abgelagertem Holz, korrekter Luftzufuhr und mechanischer Reinigung zu arbeiten; spezielle Zusätze sollten nur nach Absprache mit einer Fachperson eingesetzt werden.

Wie erkenne ich, ob die Schamottsteine noch in Ordnung sind?

Schamottsteine dürfen oberflächliche Haarrisse aufweisen, solange keine Stücke fehlen, sich nichts löst und keine tiefen Risse bis in den Kern sichtbar sind. Sobald Steine bröseln, sich deutlich verschieben oder Metallteile freilegen, ist ein Austausch durch eine Fachperson angesagt.

Welche Rolle spielt die Holzqualität für die Sauberkeit des Kamins?

Gut abgelagertes, trockenes Holz mit einer Restfeuchte von idealerweise unter 20 Prozent sorgt für eine saubere Verbrennung und deutlich weniger Russ- und Teerablagerungen. Feuchtes oder behandeltes Holz führt zu stärkerer Verschmutzung, beschlägt die Scheibe schneller und kann die Bildung von Glanzruss im Zug begünstigen.

Kann ich die Kaminscheibe auch im warmen Zustand reinigen?

Die Scheibe sollte immer vollständig abgekühlt sein, bevor du sie reinigst, da Temperaturunterschiede Spannungen im Glas erzeugen können. Zudem können Reinigungsmittel auf heissen Flächen einbrennen und Schlieren hinterlassen.

Wie gehe ich mit hartnäckigen Belägen auf der Scheibe um?

Für starke Beläge eignet sich spezieller Ofenglas-Reiniger, der für hitzebeständige Gläser zugelassen ist, oder die Asche-Methode mit einem leicht feuchten Tuch und feiner Asche als mildem Scheuermittel. Bei der Reinigung solltest du darauf achten, Gummidichtungen nicht mit aggressiven Mitteln zu benetzen, damit sie elastisch bleiben.

Welche Aufgaben sollte ich immer dem Kaminfeger überlassen?

Die Reinigung und Kontrolle des Kaminzugs, schwer zugänglicher Rauchrohre und die Beurteilung von Glanzruss gehören in die Hände einer Fachperson. Auch Messungen von Abgaswerten sowie sicherheitsrelevante Kontrollen an Feuerungsanlagen sind in der Schweiz klar geregelte Aufgaben des Kaminfegers.

Wie verhindere ich, dass beim Putzen Russ in den Wohnraum gelangt?

Bevor du Revisionsöffnungen oder Rauchrohre öffnest, legst du am besten saugfähige Tücher oder Malervlies aus und hältst einen Staubsauger mit Feinstaubfilter bereit. Türen und Lüftungsschlitze solltest du vorsichtig öffnen und abgelagerte Partikel möglichst direkt absaugen, statt sie aufzuwirbeln.

Ist es sinnvoll, einen Aschesauger zu verwenden?

Ein Aschesauger mit Metallbehälter und geeignetem Filter erleichtert die Arbeit und hält Russ besser zurück als ein normaler Staubsauger. Wichtig ist, dass die Asche vollständig erkaltet ist, da glimmende Reste auch im Sauger zu einem Schwelbrand führen könnten.

Was mache ich, wenn ich in den Rauchrohren Glanzruss entdecke?

Glänzende, harte Beläge im Rauchrohr oder im Kaminzug sind ein ernst zu nehmendes Warnsignal, da sie sehr brennbar sind. In diesem Fall unterbrichst du den Betrieb und kontaktierst umgehend den Kaminfeger oder eine Ofenbauerin, damit die Anlage professionell beurteilt und gereinigt werden kann.

Darf ich Dichtungen an der Ofentür selbst ersetzen?

Einfache Dichtschnüre können handwerklich versierte Personen oft selbst tauschen, wenn passende Originalteile und der korrekte Kleber verwendet werden. Trotzdem lohnt sich bei Unsicherheit der Blick in die Bedienungsanleitung oder der Anruf beim Ofenbauer, damit Querschnitt, Länge und Verlegung der Dichtung mit der Zulassung des Geräts übereinstimmen.

Wie lagere ich Asche nach der Reinigung sicher, bevor sie entsorgt wird?

Asche gehört in einen nicht brennbaren Behälter mit Deckel, der im Freien auf einem feuerfesten Untergrund steht, bis wirklich keine Glutreste mehr vorhanden sind. Erst danach kann sie gemäss den lokalen Vorgaben der Gemeinde entsorgt oder in kleinen Mengen im Gartenboden verteilt werden, sofern keine Rückstände von behandeltem Holz enthalten sind.

Fazit

Mit einer sorgfältigen, systematischen Reinigung nach der Heizperiode bleibt deine Feuerstätte effizient, sauber und sicher. Wenn du bei Materialien, Verunreinigungen oder Schäden unsicher bist, holst du dir Unterstützung von Fachleuten und kombinierst eigene Pflege mit professioneller Kontrolle. So kannst du in der nächsten Saison entspannt heizen und deine Anlage viele Jahre nutzen.

Checkliste
  • Metallschaufel und Metallbehälter mit Deckel für Asche
  • Handfeger aus Naturborsten oder speziellem Kaminbesen
  • Aschesauger mit Metallbehälter und feuerfestem Schlauch (kein normaler Haushaltsstaubsauger)
  • Mikrofasertücher und weiche Schwämme
  • Glasreiniger speziell für Kamin- oder Ofenscheiben
  • Pinsel oder kleiner Bürstenaufsatz für schmale Ritzen
  • Taschenlampe oder Stirnlampe für die Sichtprüfung im Inneren
  • Ggf. ein Satz Ersatzdichtungen und Ofendichtband, wenn sichtbare Schäden vorhanden sind

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