Outdoor-Sportausrüstung nach dem Winter pflegen: So wird alles wieder fit

Lesedauer: 14 Min – Beitrag erstellt: 29. Mai 2026, zuletzt aktualisiert: 29. Mai 2026

Nach dem Winter braucht Outdoor-Sportausrüstung meist mehr als nur einen schnellen Blick ins Regal. Wer jetzt sauber trocknet, reinigt, prüft und richtig lagert, verlängert die Lebensdauer von Rucksack, Schuhen, Ski, Bike-Zubehör, Zelt und Kleidung deutlich. Oft reicht schon eine gute Grundpflege, damit aus kleinen Winterspuren keine teuren Schäden werden.

Der wichtigste Schritt ist immer derselbe: Erst trocknen und kontrollieren, dann reinigen, danach pflegen und erst am Schluss wieder einlagern. Genau diese Reihenfolge verhindert Schimmel, Materialbruch, klemmende Reissverschlüsse und unnötigen Verschleiss.

Warum der Winter Spuren hinterlässt

Kälte, Feuchtigkeit, Streusalz, Schmutz und häufige Temperaturwechsel setzen Outdoor-Materialien mehr zu, als man auf den ersten Blick sieht. Selbst wenn die Ausrüstung sauber wirkt, sitzen Rückstände oft in Nähten, Schnallen, Reissverschlüssen, Polsterungen und Membranen. Dort sammeln sich Feuchtigkeit und Partikel, die später Gerüche, Korrosion oder Materialermüdung auslösen können.

Besonders kritisch ist der Wechsel zwischen nass und trocken. Leder wird spröde, Funktionsstoffe verlieren ihre Atmungsaktivität, Metallteile oxidieren, und Klettverschlüsse verkleben mit feinen Fasern. Wer das ignoriert, merkt den Schaden oft erst beim nächsten Einsatz, wenn eine Jacke weniger dicht hält, der Schuhdruckpunkt drückt oder ein Zeltgestänge schwergängig wird.

Der erste Blick: Was nach dem Winter zuerst geprüft wird

Bevor Reinigungsmittel ins Spiel kommen, lohnt sich eine saubere Sichtkontrolle. Dabei geht es nicht um Perfektion, sondern um die Frage, welche Teile nur verschmutzt sind und welche bereits Schaden genommen haben. Diese Unterscheidung spart Zeit und verhindert, dass man empfindliche Materialien unnötig behandelt.

Am besten gehst du in dieser Reihenfolge vor:

  1. Alles aus der Tasche holen, leeren und locker ausbreiten.
  2. Trockene Erde, Grasreste und Salz mit einer weichen Bürste entfernen.
  3. Nähte, Reissverschlüsse, Klett, Schnallen und Beschichtungen prüfen.
  4. Feuchte Stellen markieren und vollständig trocknen lassen.
  5. Erst danach entscheiden, was gewaschen, gepflegt oder repariert werden muss.

Wenn du Risse, offene Nähte, starke Gerüche oder weisse Salzspuren siehst, spricht das meist für mehr als nur oberflächlichen Schmutz. Dann braucht das Material gezielte Pflege oder im schlimmsten Fall eine Reparatur, bevor es wieder draussen eingesetzt wird.

Reinigen ohne Material zu beschädigen

Die Reinigung soll Schmutz entfernen, aber die Schutzschicht des Materials erhalten. Genau hier passieren viele Fehler, weil zu heiss gewaschen, zu aggressiv geschrubbt oder ungeeignetes Waschmittel verwendet wird. Funktionsmaterialien, Beschichtungen und Membranen reagieren empfindlicher als Alltagskleidung.

Für Textilien gilt meist: lauwarmes Wasser, mildes Spezialwaschmittel und wenig mechanische Belastung. Normales Vollwaschmittel, Weichspüler und Bleichmittel sind bei vielen Outdoor-Artikeln problematisch, weil sie Fasern verkleben oder die wasserabweisende Oberfläche angreifen können. Wer eine Daunenjacke, Softshell oder Hardshell pflegt, sollte deshalb die Pflegehinweise des Herstellers ernst nehmen, auch wenn sie langweilig wirken.

Bei stärker verschmutzten Teilen hilft es, erst punktuell vorzuarbeiten. Schlamm lässt sich besser entfernen, wenn er vollständig getrocknet ist. Salzränder von Wintertouren verschwinden oft erst nach einem kurzen Einweichen und anschliessendem sanften Ausspülen. Fett- oder Ölreste brauchen je nach Material einen speziellen Reiniger, damit sie nicht in die Fasern ziehen.

So gehst du bei typischen Ausrüstungsstücken vor

Jede Ausrüstung hat ihre eigenen Schwachstellen. Das macht die Pflege überschaubarer, wenn man sie nach Material statt nach Bauchgefühl behandelt.

Anleitung
1Alles aus der Tasche holen, leeren und locker ausbreiten.
2Trockene Erde, Grasreste und Salz mit einer weichen Bürste entfernen.
3Nähte, Reissverschlüsse, Klett, Schnallen und Beschichtungen prüfen.
4Feuchte Stellen markieren und vollständig trocknen lassen.
5Erst danach entscheiden, was gewaschen, gepflegt oder repariert werden muss.

Bei Outdoor-Schuhen zuerst Einlegesohlen und Schnürsenkel herausnehmen, dann mit Bürste und lauwarmem Wasser reinigen. Leder braucht anschliessend ein passendes Pflegemittel, während synthetische Obermaterialien eher von sauberer Trocknung und einer erneuerten Imprägnierung profitieren. Schuhe nie direkt auf die Heizung stellen, weil das Material sonst austrocknet oder sich verzieht.

Bei Jacken und Hosen mit Membran reicht oft ein schonender Waschgang mit Spezialwaschmittel. Danach sollte die Imprägnierung geprüft werden: Perlt Wasser nicht mehr sauber ab, ist eine Nachbehandlung sinnvoll. Das gilt besonders nach vielen Waschgängen oder nach intensiver Nutzung im Schnee, denn das Aussengewebe verliert mit der Zeit seine Abweisung gegen Nässe.

Rucksäcke lassen sich meist mit feuchtem Tuch, weicher Bürste und etwas Geduld reinigen. Schaumstoffpolster, Tragesysteme und Reissverschlüsse sollten gut trocknen, sonst bleibt Feuchtigkeit in den Nischen hängen. Innenfächer nicht vergessen, dort sammeln sich oft Sand, Taschentücher, Energieriegelreste und die berühmten Krümel, die man erst im Frühling entdeckt.

Zelte, Tarps und Schlafsäcke brauchen besonders viel Sorgfalt. Ein Zelt sollte immer komplett trocken sein, bevor es wieder in den Sack kommt. Schlafsäcke werden je nach Füllung luftig gelagert, damit die Isolierung nicht zusammengedrückt bleibt. Wer sie dauerhaft gequetscht verstaut, verschenkt Wärmeleistung und Lebensdauer zugleich.

Imprägnierung, Schutz und Pflegeprodukte

Nach der Reinigung ist oft nicht nur Sauberkeit, sondern auch Schutz das Thema. Viele Outdoor-Textilien leben davon, dass Wasser abperlt und Schmutz sich weniger festsetzt. Dieser Effekt nimmt mit der Zeit ab, auch wenn das Material selbst noch intakt ist.

Imprägniersprays und Wash-in-Produkte haben unterschiedliche Stärken. Sprays eignen sich oft besser für punktuelle Behandlung, zum Beispiel an Schultern, Kapuzen oder stark belasteten Zonen. Waschbare Imprägnierungen verteilen sich gleichmässiger, können aber bei manchen Materialien das Griffgefühl verändern. Wer unsicher ist, startet lieber vorsichtig und behandelt nur die Stellen, die es wirklich brauchen.

Bei Leder ist Fettpflege nur dann sinnvoll, wenn das Material dafür vorgesehen ist. Zu viel Fett kann Poren schliessen und das Leder weich, schwer oder schmierig machen. Bei technischen Geweben wiederum bringt Fett gar nichts; dort ist eine Materialpflege mit geeigneter Imprägnierung die bessere Wahl.

Geruch, Schimmel und versteckte Feuchtigkeit

Gerüche sind oft ein Hinweis auf Restfeuchtigkeit oder organische Rückstände. Ein Ausrüstungsstück kann sauber aussehen und trotzdem muffig riechen, weil in Polstern, Nähten oder Futter noch Feuchtigkeit steckt. Dann hilft kein Duftspray, sondern nur Trocknung und erneute Prüfung.

Schimmel entsteht meist dort, wo etwas zu schnell verstaut wurde oder lange in einem kühlen, schlecht belüfteten Raum lag. Leichte Gerüche verschwinden oft nach gründlichem Trocknen an einem luftigen Ort. Bei sichtbarem Schimmel sollte das Material separat behandelt werden, damit keine Sporen in andere Ausrüstung wandern. Wer empfindliche Ausrüstung besitzt, lagert sie am besten offen oder locker atmend, statt sie luftdicht einzuschliessen.

Ein typischer Irrtum ist der Gedanke, dass ein kurzer Heizungsaufenthalt alles erledigt. Das äussere Material fühlt sich dann zwar trocken an, innen bleibt aber oft noch Feuchtigkeit zurück. Gerade bei dicken Polstern, Schuhzungen oder Schlafsäcken lohnt sich ein zusätzlicher Tag Lufttrocknung.

Beschädigungen erkennen, bevor sie teuer werden

Viele kleine Schäden lassen sich früh erkennen, wenn man sie bewusst sucht. Ein leicht ausfransender Saum, ein klemmender Reissverschluss oder eine abgenutzte Naht ist meist noch kein Drama. Ignoriert man solche Stellen jedoch über Wochen oder Monate, wird aus einer Kleinigkeit schnell ein echter Defekt.

Besonders wichtig sind:

  • offene oder aufgescheuerte Nähte
  • Risse in Beschichtungen und Membranen
  • verformte oder gebrochene Schnallen
  • ausgelutschte Gummizüge und Kordeln
  • Reissverschlüsse mit Schmutz, Korrosion oder beschädigten Zähnen

Wenn ein Reissverschluss nur schwergängig ist, hilft häufig schon Säubern und ein geeignetes Pflegemittel. Wenn Zähne fehlen oder der Schieber nicht mehr sauber greift, ist Ersatz oft sinnvoller als langes Herumdoktern. Bei sicherheitsrelevanten Teilen wie Gurtbändern, Steckschnallen oder Befestigungspunkten sollte man im Zweifel lieber austauschen als weiterverwenden.

Die richtige Trocknung nach der Reinigung

Trocknen ist kein Nebenpunkt, sondern ein Kernstück der ganzen Pflege. Feuchtigkeit ist der Ausgangspunkt für Geruch, Schimmel, Korrosion und Materialschwäche. Wer hier sauber arbeitet, spart sich später viel Ärger.

Am besten trocknet Outdoor-Ausrüstung luftig, schattig und mit genügend Abstand zu anderen Gegenständen. Direkte Sonne kann Farben ausbleichen und Kunststoffe altern lassen. Zu viel Hitze schadet oft mehr, als sie nützt. Eine leicht offene Lagerung beschleunigt die Luftzirkulation, vor allem bei dicken Textilien und Zubehör mit Polsterung.

Schuhe, Rucksäcke und Zeltteile sollten vor dem Verstauen innen und aussen komplett trocken sein. Bei Schlafsäcken ist es sinnvoll, sie vor der Lagerung nochmals aufzuschütteln und gegebenenfalls an mehreren Stellen zu wenden. Wer nur die Oberfläche kontrolliert, übersieht gern die feuchte Mitte.

Aufbewahren bis zur nächsten Saison

Sauber gepflegt ist nur die halbe Miete. Die Lagerung entscheidet darüber, wie die Ausrüstung den Sommer übersteht und wie sie im nächsten Winter wieder einsatzbereit ist. Ein trockener, mässig kühler Ort mit Luftzirkulation ist meist ideal.

Kompression nur dort, wo sie sinnvoll ist: Ein Helm, Kletterzubehör oder ein Zeltpack darf platzsparend verstaut werden, solange das Material dafür ausgelegt ist. Schlafsäcke, Isolationsjacken und weiche Polster fühlen sich dagegen in lockerem Zustand deutlich wohler. Verpackt man sie dauerhaft zu eng, leidet die Füllung und damit die Leistung.

Auch Kleinteile verdienen Aufmerksamkeit. Ersatzbatterien aus Stirnlampen, feuchte Mikrofasertücher, Schlammschlaufen oder nasse Handschuhe sollte man nicht einfach mit allem anderen zusammen lagern. Lieber getrennt trocknen und später sauber einsortieren. So bleibt das ganze Set übersichtlich und einsatzbereit.

Die häufigsten Fehler bei der Pflege

Viele Probleme entstehen nicht durch fehlende Pflege, sondern durch die falsche Reihenfolge oder zu viel Eifer. Wer seine Ausrüstung behandeln will wie Küchenwäsche, macht schnell mehr kaputt, als er rettet.

Besonders häufig sind diese Fehler:

  • zu frühes Einlagern trotz Restfeuchtigkeit
  • Waschen mit zu heissem Wasser
  • Verwendung von Weichspüler bei Funktionsstoffen
  • Trocknen direkt auf der Heizung
  • zu starkes Schrubben an Beschichtungen
  • Imprägnieren auf schmutzigen Oberflächen

Die einfache Gegenregel lautet: Erst sauber machen, dann vollständig trocknen, dann pflegen. Wer diese Reihenfolge einhält, landet meist automatisch bei besseren Ergebnissen. Und falls ein Teil nach der Behandlung immer noch komisch riecht oder sich merkwürdig anfühlt, ist die Ursache oft noch nicht behoben.

Ein ruhiger Ablauf für den ganzen Ausrüstungsberg

Gerade wenn viel Zeug zusammenkommt, hilft ein klarer Ablauf. Am besten arbeitest du in kleinen Gruppen: zuerst Kleidung, dann Schuhe, dann Rucksack und Kleinteile, am Schluss Zelt- oder Schlafsachmaterial. So bleibt der Überblick erhalten und du musst nicht mitten in nassen Stapeln nach dem nächsten Pflegemittel suchen.

Ein guter Rhythmus sieht oft so aus: ausleeren, vorsortieren, trocknen lassen, reinigen, erneut prüfen, pflegen, fertig trocknen lassen und dann lagern. Wer dabei jeden Schritt sauber zu Ende bringt, kommt schneller ans Ziel als mit halbherzigen Zwischenlösungen. Das klingt schlicht, ist aber der Punkt, an dem die meiste Lebensdauer gewonnen wird.

Wenn ein Teil besondere Pflege braucht

Nicht jede Ausrüstung gehört in denselben Topf. Manche Stücke sind robust und verzeihen viel, andere reagieren sofort auf falsche Behandlung. Gerade bei hochwertigen Materialien lohnt sich deshalb ein zweiter Blick auf Herstellerhinweise, Materialetiketten und Pflegeempfehlungen.

Bei empfindlichen Membranen, Daune, Echtleder oder technischen Leichtbauartikeln gilt: lieber sanft und geplant als mit viel Kraft. Bei stark beanspruchten Teilen wie Wanderschuhen, Kletterrucksäcken oder Regenkleidung lohnt es sich ausserdem, Verschleissteile regelmässig mitzuprüfen. So erkennst du, ob Reinigung reicht oder ob Reparatur oder Ersatz bald ansteht.

Wer seine Ausrüstung nach dem Winter einmal sauber durchgeht, merkt oft erstaunlich schnell, was gut gepflegt ist und wo nachgebessert werden muss. Genau darin liegt der Wert einer guten Routine: Sie hält das Material länger fit, erspart böse Überraschungen beim ersten Frühlingsausflug und sorgt dafür, dass die nächste Saison entspannt starten kann.

Material schonend behandeln und richtig dosieren

Nach der kalten Jahreszeit braucht jedes Teil eine Pflege, die zum Material passt. Bei robusten Oberflächen reicht oft lauwarmes Wasser mit einer milden Seife, während beschichtete Stoffe, Membranen und empfindliche Kunststoffe deutlich weniger aggressive Mittel vertragen. Zu viel Reiniger hinterlässt Rückstände, die Atmungsaktivität und Griffigkeit beeinträchtigen können. Wer seine Outdoor-Sportausrüstung pflegen will, arbeitet deshalb lieber in kleinen Schritten und prüft jedes Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle.

Für viele Ausrüstungsstücke gilt: weniger Druck, mehr Geduld. Eine weiche Bürste löst Erde aus Nähten und Profilen, ein Mikrofasertuch nimmt Schmutz von glatten Flächen auf, und ein Schwamm hilft bei grösseren Flächen ohne scheuernde Wirkung. Hochdruckreiniger, harte Bürsten und Lösungsmittel sind nur in Ausnahmefällen sinnvoll. Besonders bei Funktionsbekleidung, Rucksackstoffen, Zelten und Gurten entscheidet die sanfte Vorgehensweise darüber, wie lange Nähte, Beschichtungen und Fasern erhalten bleiben.

  • Milde Reiniger statt Allzweckmittel mit starken Zusätzen verwenden
  • Temperatur tief halten, damit Kleber und Beschichtungen stabil bleiben
  • Vor dem Waschen lose Verschlüsse schliessen und Klettflächen abdecken
  • Schmutz zuerst mechanisch lösen, erst danach feucht nacharbeiten

Funktionsteile wieder gangbar machen

Nach dem Winter brauchen nicht nur Stoffe Aufmerksamkeit, sondern auch bewegliche Teile. Reissverschlüsse laufen wieder sauberer, wenn Sand, Salz und getrockneter Schlamm entfernt sind. Ein trockenes Tuch, eine weiche Bürste und bei Bedarf ein geeignetes Pflegemittel für Zipper reichen meist aus. Auch Schnallen, Gelenke, Verschlüsse und Versteller sollten kontrolliert werden, damit sich Gurte und Riemen unter Belastung nicht plötzlich lösen oder verklemmen.

Bei Stöcken, Bindungen, Schuhen, Helmen, Fahrradtaschen oder anderen Zusatzelementen ist es sinnvoll, alle Funktionen einmal in Ruhe durchzuspielen. Lässt sich etwas schwergängig einstellen, sitzt eine Schraube locker oder verhakt sich ein Mechanismus, sollte das vor dem nächsten Einsatz behoben werden. Wer die Ausrüstung nach der Pause wieder auf Vordermann bringt, reduziert nicht nur Verschleiss, sondern vermeidet auch unangenehme Überraschungen draussen im Gelände.

  1. Alle beweglichen Teile entlasten und sauber abwischen.
  2. Verschmutzte Stellen mit Bürste oder Tuch reinigen.
  3. Leichtgängigkeit prüfen und trocken nachpflegen.
  4. Bei Spiel, Rissen oder Verformungen reparieren oder ersetzen.

Pflege nach Materialgruppen ordnen

Wer nicht alles gleich behandelt, spart Zeit und erhält die Qualität besser. Textilien, Hartschalen, Metallteile, Gummielemente und Elektronik reagieren unterschiedlich auf Feuchtigkeit, Hitze und Pflegemittel. Sinnvoll ist darum eine Einteilung nach Material, bevor mit der Reinigung begonnen wird. So lassen sich zum Beispiel Schuhe, Textilien und Zubehör getrennt behandeln, ohne dass empfindliche Teile unnötig lange feucht bleiben oder ungeeignetes Mittel abbekommen.

Auch bei der Lagerung hilft diese Trennung. Nass gewordene Einlagen, Gurte, Polster oder Schaumteile trocknen an der Luft anders als Metallzubehör oder elektronische Messgeräte. Wer alles in einem Schritt zusammenwirft, übersieht leicht Restfeuchte, Salzränder oder Materialspannungen. Besser ist ein klarer Ablauf mit getrennten Stapeln: reinigen, prüfen, trocknen, pflegen und erst danach einräumen.

  • Textilien getrennt von Hartschalen und Metallteilen behandeln
  • Elektronische Geräte nur mit geeignetem Tuch und ohne Nässe reinigen
  • Gummi und Dichtungen mit passenden Pflegemitteln geschmeidig halten
  • Schuhe, Polster und Einlagen separat trocknen lassen

Einmal gründlich prüfen, bevor es wieder losgeht

Nach der Reinigung lohnt sich eine abschliessende Kontrolle unter gutem Licht. Nähte, Klebepunkte, Zugstellen, Polster, Sohlen, Gurte und Schnittkanten zeigen jetzt besonders gut, ob der Winter Spuren hinterlassen hat. Kleine Defekte lassen sich häufig noch sofort beheben, bevor sie sich im nächsten Einsatz vergrössern. Gerade bei Ausrüstung, die Last trägt oder die Sicherheit beeinflusst, ist dieser letzte Blick ein wichtiger Teil der Pflege.

Ein sauberes System hilft dabei, nichts zu übersehen: prüfen, markieren, reparieren, erneut kontrollieren. Fehlende Knöpfe, offene Saumstellen, ausgeleierte Elastikbänder oder kleine Abriebzonen sollten nicht einfach wieder im Schrank verschwinden. Wer seine Ausrüstung so vorbereitet, startet mit einem verlässlichen Bestand in die neue Saison und verlängert die Nutzungsdauer spürbar.

FAQ zur Pflege nach der Wintersaison

Wie oft sollte ich meine Ausrüstung nach dem Winter reinigen?

Am besten reinigst du sie direkt nach der letzten Nutzung der Saison und prüfst sie vor jeder längeren Lagerung nochmals. So bleiben Salz, Schmutz und Restfeuchte nicht unnötig lange auf Material und Nähten.

Welche Reinigungsmittel eignen sich für technische Stoffe?

Verwende milde, rückstandsarme Produkte, die für Funktionsgewebe, Membranen oder beschichtete Materialien geeignet sind. Aggressive Reiniger, Weichspüler und Bleichmittel solltest du meiden, weil sie die Oberfläche und die Atmungsaktivität beeinträchtigen können.

Darf ich alles in die Waschmaschine geben?

Nein, nicht jedes Teil verträgt einen Waschgang. Beachte die Pflegehinweise am Etikett und wasche empfindliche Ausrüstung wie Rucksäcke, Helme, Schuhe oder Teile mit Verstärkungen lieber von Hand oder nur in Teilbereichen.

Wie entferne ich Schlamm, Salz und Schmutz schonend?

Entferne zuerst grobe Rückstände trocken mit Bürste, Tuch oder Handfeger. Danach hilft lauwarmes Wasser mit etwas mildem Reiniger, damit sich Ablagerungen lösen, ohne das Material unnötig zu belasten.

Was mache ich mit Stöcken, Bindungen und Metallteilen?

Diese Teile solltest du von Schmutz befreien, bewegliche Elemente prüfen und bei Bedarf leicht nachpflegen. Achte darauf, dass keine Feuchtigkeit in Gelenken, Schrauben oder Verschlüssen bleibt, damit nichts rostet oder klemmt.

Wie erkenne ich, ob die Imprägnierung noch wirkt?

Wenn Wasser nicht mehr sauber abperlt, sondern in den Stoff einzieht, ist die Schutzschicht meist nachgelassen. Dann lohnt sich eine neue Behandlung nach der Reinigung und vollständigen Trocknung.

Kann ich Ausrüstung einfach im Keller lagern?

Nur, wenn der Raum trocken, gut belüftet und nicht zu warm ist. Feuchte Keller, enge Boxen oder direkte Sonneneinstrahlung sind ungünstig, weil sie Gerüche, Materialermüdung und Verformungen begünstigen.

Wie gehe ich mit nasser Ausrüstung um, wenn ich wenig Zeit habe?

Trenne nasse Teile sofort von trockenem Material und öffne alle Verschlüsse, Riemen und Reissverschlüsse. Lege die Ausrüstung luftig aus und vermeide es, sie zusammengepresst in Taschen oder Kisten aufzubewahren.

Woran merke ich, dass ein Teil repariert werden sollte?

Ausgefranste Nähte, lockere Schnallen, beschädigte Reissverschlüsse oder Risse im Stoff sind klare Signale. Kleine Schäden lassen sich oft früh beheben, bevor sie die Funktion oder Sicherheit beeinträchtigen.

Welche Kontrolle lohnt sich vor der nächsten Saison besonders?

Prüfe alle belasteten Stellen wie Gurte, Nähte, Verschlüsse, Sohlen, Dichtungen und Klettflächen. So merkst du rechtzeitig, ob etwas ersetzt, neu imprägniert oder nachgezogen werden muss.

Wie bleibt die Ausrüstung über den Sommer in gutem Zustand?

Sauber, trocken und locker gelagert hält Material deutlich länger. Wer zusätzlich regelmässig kurz kontrolliert, verhindert, dass kleine Mängel bis zum nächsten Einsatz grösser werden.

Fazit

Wer Ausrüstung nach der kalten Jahreszeit gründlich reinigt, trocknet und prüft, verlängert ihre Lebensdauer und erhält ihre Funktion. Entscheidend sind eine passende Lagerung, erneuerte Imprägnierung und das frühe Erkennen kleiner Schäden. So ist alles rechtzeitig wieder einsatzbereit, bevor die nächste Saison startet.

Checkliste
  • offene oder aufgescheuerte Nähte
  • Risse in Beschichtungen und Membranen
  • verformte oder gebrochene Schnallen
  • ausgelutschte Gummizüge und Kordeln
  • Reissverschlüsse mit Schmutz, Korrosion oder beschädigten Zähnen

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