Wie pflege ich mein Lederlenkrad nach dem Winter?

Lesedauer: 15 Min – Beitrag erstellt: 11. Mai 2026, zuletzt aktualisiert: 11. Mai 2026

Ein Lederlenkrad, das nach dem Winter wieder sauber, griffig und gepflegt wirken soll, braucht eine schonende Reinigung und eine passende Pflegebehandlung. Am besten verwendest du milde Reinigungsmittel, ein geeignetes Lederpflegemittel und arbeitest in mehreren sanften Durchgängen, statt einmal zu hart zu schrubben.

Wer sein Lenkrad aus Leder regelmässig von Salzresten, Schweiss, Hautfett und feinem Strassenschmutz befreit, verlängert die Lebensdauer des Materials deutlich. Zudem fühlt sich das Lenken wieder sicherer an, weil die Oberfläche nicht mehr schmierig und rutschig ist.

Warum das Lederlenkrad nach dem Winter besondere Pflege braucht

Leder im Auto ist im Winter gleich mehrfach belastet: kalte Temperaturen, trockene Heizungsluft, Feuchtigkeit von Jacken und Händen und dazu noch Streusalz, das über Kleidung oder die Luft in den Innenraum gelangt. Diese Kombination entzieht dem Leder Feuchtigkeit und lässt es mit der Zeit stumpf, spröde oder speckig wirken.

Ein verschmutztes Lenkrad ist nicht nur ein optisches Thema. Fettige oder verschlissene Stellen können die Griffigkeit deutlich einschränken. Wer beim Fahren ständig das Gefühl hat, das Lenkrad rutsche leicht in der Hand, sollte deshalb zuerst an Reinigung und Pflege denken, bevor gleich an einen Austausch gedacht wird.

Hinzu kommt: Über das Lenkrad gelangen laufend Handcremes, Desinfektionsmittel, Schweiss und Schmutzpartikel an die Oberfläche. Gerade Desinfektionsmittel mit Alkohol sind für viele Lederarten auf Dauer zu aggressiv. Die Folgen zeigen sich dann im Frühling: ausgeblichene Stellen, matte Flecken oder kleine Risse.

Eine systematische Pflege nach der kalten Jahreszeit hilft dem Leder, wieder geschmeidig zu werden und die Schutzschicht zurückzubekommen, die es im Alltag braucht.

Materialien und Produkte, die sich für Lederlenkräder eignen

Für ein gutes Ergebnis ist entscheidend, welche Produkte du verwendest. Auto-Lenkräder bestehen meist aus glattem Echtleder oder hochwertigem Kunstleder, teilweise mit strukturierter Oberfläche. Sie reagieren empfindlicher als viele Sitzbezüge, weil sie ständig angefasst werden.

Geeignet sind in der Regel:

  • Ein weiches Mikrofasertuch oder ein Baumwolltuch ohne harte Nähte
  • Eine weiche Bürste (z. B. Leder- oder Polsterbürste) mit feinen Borsten
  • Milde Lederseife oder Lederreiniger, der ausdrücklich für Autoleder oder Möbelleder freigegeben ist
  • Lederpflege oder Lederbalsam, abgestimmt auf glattes Leder
  • Optional: Destilliertes Wasser, wenn das Leitungswasser sehr kalkhaltig ist

Weniger geeignet oder riskant sind:

  • Alkoholhaltige Reiniger oder Glasreiniger
  • Allzweckreiniger mit stark entfettender Wirkung
  • Lösungsmittelhaltige Produkte aus dem Haushalt (z. B. Verdünner)
  • Fettige Hausmittel wie Speiseöl oder Nivea-Creme, die einen schmierigen Film hinterlassen

Je empfindlicher das Leder wirkt (feine Struktur, bereits leicht ausgetrocknete Stellen), desto milder sollte der Reiniger sein. Für Kunstleder-Lenkräder gibt es ebenfalls spezielle Produkte, die verhindern, dass die Oberfläche mit der Zeit klebrig wird.

Schonende Grundreinigung nach der Wintersaison

Bevor du an eine Pflegebehandlung denkst, muss die Oberfläche sauber und frei von Fett, Salz und Schmutz sein. Eine gründliche, aber sanfte Reinigung sorgt dafür, dass Pflegemittel später gleichmässig einziehen können und keine Flecken entstehen.

Eine sinnvolle Abfolge kann so aussehen:

  1. Staub und losen Schmutz mit einem trockenen Mikrofasertuch abwischen.
  2. Reiniger gemäss Herstellerhinweis mit Wasser verdünnen oder direkt sparsam auf das Tuch oder die Bürste geben.
  3. Das Leder in kleinen Abschnitten bearbeiten, etwa ein Viertel des Lenkrads nach dem anderen.
  4. Mit leichtem Druck und kreisenden Bewegungen reinigen, ohne zu rubbeln.
  5. Den gelösten Schmutz sofort mit einem zweiten, leicht feuchten Tuch aufnehmen.
  6. Zum Schluss mit einem trockenen Tuch nachwischen und das Lenkrad vollständig trocknen lassen.

Wichtig ist, den Reiniger nie satt direkt auf das Lenkrad zu sprühen. Zu viel Flüssigkeit kann in Nähte oder Ritzen eindringen und auf Dauer die Verklebung oder die Polsterung darunter beeinträchtigen. Besser ist es, das Produkt immer zuerst aufs Tuch oder auf die Bürste zu geben.

Wer zum ersten Mal ein neues Produkt verwendet, testet es am besten an einer unauffälligen Stelle auf der Rückseite des Lenkrads. Verändert sich die Farbe oder wirkt die Oberfläche klebrig, solltest du ein anderes Mittel wählen.

Wie du hartnäckige Verschmutzungen sicher entfernst

Nach dem Winter zeigen sich häufig dunkle, speckige Zonen im Bereich, wo die Hände meist liegen. Dazu gehören bei vielen Fahrern die oberen seitlichen Speichen und der Bereich zwischen zehn und zwei Uhr. Hier haben sich über Monate Fette und Schmutz abgelagert.

Anleitung
1Staub und losen Schmutz mit einem trockenen Mikrofasertuch abwischen.
2Reiniger gemäss Herstellerhinweis mit Wasser verdünnen oder direkt sparsam auf das Tuch oder die Bürste geben.
3Das Leder in kleinen Abschnitten bearbeiten, etwa ein Viertel des Lenkrads nach dem anderen.
4Mit leichtem Druck und kreisenden Bewegungen reinigen, ohne zu rubbeln.
5Den gelösten Schmutz sofort mit einem zweiten, leicht feuchten Tuch aufnehmen — Prüfe anschließend das Ergebnis und wiederhole bei Bedarf die entscheidenden Schritte.

Um solche Stellen zu behandeln, gehst du schrittweise vor. Zuerst versuchst du es immer mit einer weicheren Methode. Wenn diese nicht ausreicht, steigerst du die Intensität nur leicht:

  • Weicher Ansatz: Lederreiniger leicht stärker dosieren, aber weiterhin mit einem weichen Tuch arbeiten.
  • Gezielte Bearbeitung: Eine weiche Bürste verwenden, um die Poren des Leders zu öffnen, ohne die Oberfläche aufzureissen.
  • Mehrere Durchgänge: Lieber zwei- oder dreimal kurz behandeln, dazwischen abwischen und trocknen lassen, statt einmal lange und stark zu schrubben.

Bei hellen Lenkrädern aus Leder fallen Verfärbungen besonders auf. Hier ist Geduld entscheidend. Zu aggressive Reinigungsmittel würden die Farbe leicht angreifen, was später nicht mehr zu kaschieren ist. Bleiben nach mehreren vorsichtigen Runden noch leichte Schatten zurück, ist es oft besser, diese in Kauf zu nehmen, als das Material zu schädigen.

Zeigen sich klebrige Bereiche, die selbst nach einer Reinigung wieder leicht haften, deutet das häufig auf alte Pflegemittel oder ungeeignete Reiniger hin. In solchen Fällen hilft oft ein speziell für Autoinnenräume entwickelter, leicht entfettender Lederreiniger, der diesen Film in mehreren Arbeitsgängen ablöst.

Pflege und Schutz für ein geschmeidiges Lenkrad

Nach der Reinigung braucht das Leder eine passende Pflege, um wieder geschmeidig zu werden und sich angenehm in der Hand anzufühlen. Die meisten Hersteller empfehlen für glattes Autoleder ein farbloses Pflegeprodukt, das Feuchtigkeit spendet, aber keinen dicken Glanzfilm erzeugt.

Eine sinnvolle Vorgehensweise:

  1. Das Leder vollständig trocknen lassen, damit keine Restfeuchtigkeit eingeschlossen wird.
  2. Eine kleine Menge der Lederpflege auf ein weiches Tuch geben.
  3. Die Pflege in dünner Schicht auf einem Teil des Lenkrads verteilen.
  4. Sanft einmassieren, bis keine sichtbaren Rückstände mehr auf der Oberfläche liegen.
  5. Den nächsten Abschnitt bearbeiten, bis das ganze Lenkrad behandelt ist.
  6. Je nach Produkt nach kurzer Einwirkzeit mit einem sauberen Tuch nachpolieren.

Das Ziel ist eine matte bis leicht seidenmatte Oberfläche, die sich glatt, aber nicht rutschig anfühlt. Ein zu glattes Lenkrad mindert den Grip und kann im Alltag stören. Deshalb eignen sich Produkte, die ausdrücklich für Lenkräder oder Autoleder mit Kontaktflächen gedacht sind, besser als stark wachshaltige Polituren.

Viele Pflegemittel bauen zudem einen leichten Schutzfilm gegen UV-Strahlung auf. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn das Auto häufig im Freien steht und das Cockpit viel Sonnenlicht abbekommt.

Typische Schäden nach dem Winter erkennen

Nach der Wintersaison lohnt sich ein genauer Blick auf dein Lenkrad. Manche Schäden lassen sich durch Pflege gut abfangen, andere sind bereits so fortgeschritten, dass Reparatur oder Austausch sinnvoll sind.

Häufige Anzeichen sind:

  • Kleine Trocknungsrisse oder feine Linien im Leder
  • Stark glänzende, glatte Flächen, die speckig wirken
  • Abgegriffene Stellen, an denen die obere Farbschicht fehlt
  • Aufgeraute oder offene Nähte
  • Farbveränderungen durch UV-Licht oder Desinfektionsmittel

Feine Trockenrisse lassen sich oft durch wiederholte, aber dosierte Pflegebehandlungen lindern. Das Leder wird etwas weicher und wirkt weniger spröde. Sobald aber einzelne Lederteile aufplatzen oder sich die Struktur löst, ist Pflege nur noch Schadensbegrenzung und keine Lösung mehr.

Bei Kunstleder-Lenkrädern neigt die Oberfläche mit der Zeit zum Abblättern, vor allem, wenn sie mit starken Reinigern behandelt wurde. Hier hilft selbst eine gute Pflege kaum, weil die Deckschicht bereits beschädigt ist. Eine Aufbereitung durch Fachbetriebe oder der Austausch des Lenkrads kann dann wirtschaftlicher sein, als ständig nachzucremen.

Alltagssituationen und was sie mit dem Lenkrad machen

Viele Abnutzungserscheinungen hängen mit täglichen Gewohnheiten zusammen. Wer sich diese bewusst macht, kann sein Lenkrad besser schützen. So spielt es eine Rolle, ob du vor dem Einsteigen häufig Handcreme verwendest, ob du mit nassen Handschuhen fährst oder ob im Winter stark geheizt und wenig gelüftet wird.

Ein typisches Szenario: Du fährst im Winter mit warmen, leicht feuchten Handschuhen, weil sie vom Schnee draussen noch nicht ganz trocken sind. Die Feuchtigkeit zieht in das Leder ein, darüber liegt durch die Handschuhe oft noch Schmutz aus der Umgebung. Wird das Lenkrad dann nicht gereinigt, verdichten sich diese Schichten über Wochen zu einem grauen Schleier.

Ein anderer Fall: Im Alltag wird häufig Desinfektionsmittel genutzt, das noch nicht ganz eingezogen ist, wenn du ins Auto steigst. Auf Dauer kann der enthaltene Alkohol die Farbschicht des Leders angreifen, vor allem bei dunklen Lenkrädern. Nach der Wintersaison zeigen sich dann leicht matte oder heller gewordene Partien.

Wer sich antrainiert, vor längeren Fahrten kurz die Hände mit klarem Wasser zu waschen oder gröbere Verschmutzungen abzuwischen, reduziert diese Effekte spürbar.

Unterschiede zwischen Echtleder und Kunstleder

Viele moderne Fahrzeuge besitzen Lenkräder aus hochwertigem Kunstleder oder Mischungen, die Echtleder optisch nachahmen. Für die Pflege ist es hilfreich zu wissen, welche Art bei dir verbaut ist. Im Serviceheft oder in den Fahrzeugunterlagen finden sich manchmal Hinweise dazu. Werkstätten können meist ebenfalls einschätzen, um welches Material es sich handelt.

Echtleder zeigt meist eine leicht unregelmässige Struktur und fühlt sich wärmer an. Es nimmt Pflegeprodukte etwas tiefer auf und reagiert auf Hitze und Kälte sensibler. Kunstleder wirkt oft gleichmässiger, manchmal minimal kühler und nimmt kaum Pflege in die Tiefe auf, lässt sich aber meist leichter reinigen.

Für Echtleder sind speziell abgestimmte Lederpflegemittel sinnvoll, die Fette und Feuchtigkeit spenden, ohne Poren zu verkleistern. Kunstleder braucht eher leichte Reiniger und Produkte, die die Oberfläche geschmeidig halten, ohne dass sie später klebrig wird. Ein Zuviel an Pflegemittel kann diese Oberflächen sonst schmierig machen.

Wie oft ein Lederlenkrad gepflegt werden sollte

Die Häufigkeit der Pflege hängt stark von der Nutzung und den äusseren Bedingungen ab. Wer täglich pendelt, viel schwitzt oder oft mit offenem Fenster fährt, belastet das Leder stärker als jemand, der nur gelegentlich kurze Strecken fährt.

Als grobe Orientierung gilt:

  • Leichte Reinigung (Staub und Fingerabdrücke): alle paar Wochen nach Bedarf
  • Gründliche Reinigung mit mildem Lederreiniger: etwa alle zwei bis drei Monate
  • Pflegebehandlung mit Lederpflege: ein- bis dreimal pro Jahr, je nach Beanspruchung

Nach einem langen Winter mit Salz und Heizungsluft ist eine etwas intensivere Runde sinnvoll, später im Sommer reicht dann oft eine leichtere Nachpflege. Wer merkt, dass das Lenkrad zunehmend glänzt oder speckig wird, kann die Reinigungsabstände etwas verkürzen.

Typische Fehler bei der Reinigung des Lederlenkrads

Viele Schäden entstehen nicht durch fehlende Pflege, sondern durch gut gemeinte, aber ungeeignete Methoden. Einige Fehler tauchen immer wieder auf und lassen sich leicht vermeiden.

Ein häufiger Patzer ist der Griff zu stark entfettenden Haushaltsreinigern oder Glasreiniger. Diese entfernen zwar schnell den Schmutz, greifen aber schrittweise die Farbschicht an und trocknen das Leder aus. Nach einiger Zeit wirkt das Lenkrad fleckig und unruhig.

Ebenso problematisch ist übermässige Feuchtigkeit. Wenn Reiniger oder Wasser direkt in grösserer Menge auf das Lenkrad gesprüht werden, dringt Flüssigkeit in Nähte und unter die Oberfläche. Auf Dauer kann das zu Aufquellen, Verfärbungen oder sogar zu Geruchsentwicklung führen.

Ein weiterer Fehler ist der Einsatz von aggressiven Schwämmen oder Bürsten mit harten Borsten. Gerade bei dunklem Leder fallen Kratzer dann besonders auf. Besser ist der behutsame Aufbau über mehrere sanfte Durchgänge mit weichen Hilfsmitteln.

Auch Fettcremes, Speiseöle oder Schuhcreme werden gelegentlich als Allheilmittel eingesetzt. Sie können kurzfristig für mehr Glanz sorgen, hinterlassen aber oft einen schmierigen Film, ziehen Staub an und machen das Lenkrad rutschig. Spätestens beim Fahren in Kurven zeigt sich dann, dass diese Lösung keine gute Idee war.

Pflege im Frühling, Erhalt im Sommer

Wer nach der kalten Jahreszeit einmal gründlich reinigt und pflegt, hat die ideale Basis, um das ganze Jahr über ein angenehmes Lenkgefühl zu behalten. Im Sommer kommen andere Belastungen dazu: Hitze, starke Sonneneinstrahlung und Schweiss bei höheren Temperaturen.

Eine sinnvolle Routine kann so aussehen: Im Frühling erfolgt eine intensive Grundbehandlung, im Sommer kontrollierst du alle paar Wochen, ob die Oberfläche zu glänzen beginnt oder trocken wirkt. Bei Bedarf wischst du mit einem leicht angefeuchteten Mikrofasertuch nach und verwendest gelegentlich eine kleine Menge Lederreiniger.

Steht das Auto viel in der Sonne, hilft es, einen Sonnenschutz für die Frontscheibe zu verwenden oder das Fahrzeug im Schatten zu parkieren. Damit werden Cockpit und Lenkrad deutlich entlastet, und das Leder bleibt länger farbstabil.

Wann Profis ans Werk sollten

Es gibt Situationen, in denen eine eigene Pflegebehandlung nicht mehr ausreicht. Tiefe Risse, abblätternde Farbschichten oder stark verfärbte Zonen lassen sich nur schwer selbst beheben. Professionelle Aufbereiter können Lederlenkräder oft wieder erstaunlich gut herstellen, indem sie reinigen, auffüllen, neu einfärben und versiegeln.

Ob sich das lohnt, hängt von Fahrzeugalter, persönlichem Anspruch und Kosten ab. Bei hochwertigen Autos oder Oldtimern ist eine fachgerechte Aufbereitung häufig attraktiver als ein Austausch. Bei Alltagsfahrzeugen mit hoher Laufleistung entscheide viele nach dem Motto: Noch einmal vernünftig aufarbeiten lassen oder mittelfristig auf ein neues Lenkrad umsteigen.

Wer unsicher ist, kann zunächst eine Einschätzung in einer Werkstatt oder bei einem Fahrzeugaufbereiter einholen. Oft reicht schon eine sorgfältige Reinigung in Kombination mit einer darauf abgestimmten Pflege, um das Lenkrad optisch und haptisch deutlich aufzuwerten.

Praktische Routine für den Alltag

Um das Ergebnis der Frühjahrsbehandlung möglichst lange zu erhalten, hilft eine einfache Gewohnheit im Alltag. Nach Fahrten, bei denen Hände sichtbar verschmutzt oder eingecremt sind, lohnt sich ein kurzes Abwischen des Lenkrads mit einem leicht feuchten Tuch. Dieser kleine Schritt verhindert, dass sich erneut dicke Schichten aus Fett und Schmutz aufbauen.

Ausserdem sinnvoll:

  • Im Winter regelmässig lüften, damit Feuchtigkeit aus dem Innenraum entweicht.
  • Handschuhe, die deutlich nass sind, vor der Fahrt möglichst trocknen lassen.
  • Desinfektionsmittel vollständig einziehen lassen, bevor du ins Auto steigst.
  • Ein bis zweimal im Jahr eine umfassendere Lederpflege einplanen.

Wer sein Lenkrad als wichtige Kontaktfläche im Auto versteht und es so behandelt wie ein gutes Paar Lederschuhe, wird lange Freude daran haben und auch nach mehreren Wintern eine angenehme, sichere Haptik spüren.

Häufige Fragen zur Pflege von Lederlenkrädern nach dem Winter

Kann ich für das Lederlenkrad einfach denselben Reiniger wie im Innenraum nutzen?

Viele Allzweckreiniger im Innenraum sind für empfindliches Leder zu stark oder enthalten Lösungsmittel, die die Oberfläche austrocknen. Verwende nur Reiniger, die ausdrücklich für Glattleder im Auto freigegeben sind, damit die Schutzschicht intakt bleibt und das Material nicht spröde wird.

Wie merke ich, ob mein Lenkrad genug nachgefettet ist?

Ein gepflegtes Lederlenkrad fühlt sich trocken-griffig an und wirkt leicht seidenmatt, ohne zu glänzen oder zu schmieren. Wenn die Oberfläche stumpf, rau oder stellenweise grau und kreidig aussieht, braucht sie in der Regel wieder eine Portion Pflegemittel.

Ist ein glänzendes Lenkrad immer ein Zeichen von falscher Pflege?

Glanz entsteht oft durch Hautfett, Schweiss und Schmutz, die sich mit der Zeit verdichten und eine glatte Schicht bilden. Übermässiger Glanz kann auch auf zu viel oder ungeeignetes Pflegemittel hinweisen, weshalb ein leicht matter Look als Ziel sinnvoll ist.

Darf ich ein leicht rissiges Lederlenkrad selber behandeln?

Feine Trockenrisse lassen sich manchmal mit einer gründlichen Reinigung und hochwertiger Pflege noch stabilisieren. Sobald das Leder tief eingerissen ist oder sich Schichten ablösen, sollte eine Fachperson beigezogen werden, um Sicherheitsrisiken zu vermeiden.

Wie gehe ich mit einem speckigen Lenkrad nach vielen Winterkilometern um?

Ein speckiger Film lässt sich in den meisten Fällen mit einem milden Lederreiniger und einer weichen Bürste schrittweise lösen. Wichtig ist, in mehreren Durchgängen mit wenig Druck zu arbeiten und danach die Oberfläche vollständig zu trocknen, bevor ein Pflegemittel aufgetragen wird.

Kann ich Babyfeuchttücher oder Haushaltsreiniger verwenden?

Feuchttücher und klassische Haushaltsreiniger enthalten häufig Alkohol, Duftstoffe oder Tenside, die die Lederoberfläche angreifen oder entfetten. Dadurch kann das Material mit der Zeit ausbleichen, rissig werden oder seine Struktur verlieren.

Hilft es, das Lenkrad im Frühling einfach nur zu imprägnieren?

Eine Schutzschicht nützt nur dann richtig, wenn das Leder davor sauber und frei von Fett- und Salzresten ist. Wird ohne Reinigung lediglich ein Imprägnierprodukt aufgetragen, versiegelt dies den Schmutz und beschleunigt den Verschleiss.

Wie schütze ich das Lenkrad zusätzlich vor Sonnenlicht nach der Wintersaison?

Eine Lederpflege mit UV-Schutz reduziert das Ausbleichen und verhindert, dass das Material bei Sonneneinstrahlung zu stark austrocknet. Ausserdem hilft es, das Auto möglichst im Schatten oder in einer Garage zu parkieren und in heissen Phasen ein Sonnenschutz-Tuch zu verwenden.

Was mache ich, wenn sich das Lenkrad nach der Reinigung rutschig anfühlt?

Ein schmieriges Gefühl weist meist auf überschüssiges Produkt hin, das nicht vollständig auspoliert wurde. In diesem Fall hilft es, mit einem sauberen Mikrofasertuch gründlich nachzuwischen und bei Bedarf einen zusätzlichen Tag zu warten, bis alles vollständig eingezogen ist.

Ab wann lohnt sich der Gang zu einem Autoaufbereiter?

Sobald das Leder verfärbt, stark rissig oder klebrig wird, ist fachkundige Hilfe sinnvoll, um die Tragstruktur nicht weiter zu schwächen. Profis können den Zustand gezielt beurteilen, tiefere Schäden ausbessern und passende Produkte einsetzen, die im Handel nicht immer erhältlich sind.

Wie lange hält eine sorgfältige Frühjahrsreinigung am Lenkrad an?

Bei normaler Nutzung und etwas Vorsicht im Alltag bleibt das Resultat einer gründlichen Reinigung mit anschliessender Pflege oft mehrere Monate stabil. Faktoren wie intensive Sonneneinstrahlung, häufige Fahrten mit ungewaschenen Händen oder starke Temperaturschwankungen verkürzen diesen Zeitraum jedoch deutlich.

Kann ich ein bereits ausgetauschtes Kunstlederlenkrad gleich behandeln wie ein altes Echtlederlenkrad?

Kunstleder reagiert weniger empfindlich auf Feuchtigkeit, benötigt aber andere Pflegestoffe als Naturleder, um nicht klebrig oder spröde zu werden. Darum sollten nur Produkte genutzt werden, die ausdrücklich für die jeweilige Oberfläche geeignet sind und deren Herstellerempfehlung klar ausweisen.

Fazit

Ein sorgfältig gepflegtes Lederlenkrad übersteht die kalte Jahreszeit besser und bleibt im Frühling sicher, griffig und optisch ansprechend. Mit der passenden Kombination aus milder Reinigung, gezielter Pflege und einem wachen Blick für erste Schäden verlängerst du die Lebensdauer deutlich. Wer seine Hände regelmässig wäscht, aggressive Mittel meidet und bei grösseren Problemen nicht zögert, eine Fachperson einzubeziehen, sorgt nachhaltig für ein angenehmes Fahrgefühl.

Checkliste
  • Ein weiches Mikrofasertuch oder ein Baumwolltuch ohne harte Nähte
  • Eine weiche Bürste (z. B. Leder- oder Polsterbürste) mit feinen Borsten
  • Milde Lederseife oder Lederreiniger, der ausdrücklich für Autoleder oder Möbelleder freigegeben ist
  • Lederpflege oder Lederbalsam, abgestimmt auf glattes Leder
  • Optional: Destilliertes Wasser, wenn das Leitungswasser sehr kalkhaltig ist

Schreibe einen Kommentar